Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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III. Auslegung.

Vorerinnerung. Was im Folgenden den einzelnen Redeabſchnitten als Darlegung des Sinnes und Gedankenganges vorausgeht, enthält den ſynthetiſchen, was ſich hieran als Entwicklung des Einzelnen anſchließt, den analytiſchen Theil der gegebenen Auslegung. Syntheſis und Analyſis müſſen ſich hier gegenſeitig ergänzen: ohne jene würde der Ueberblick über das Ganze, ohne dieſe das Verſtändniß des Einzelnen unklar bleiben.

V. 12. Viel, in jeder Hinſicht viel, haben die Inden kraft der Beſchneidung vor den Heiden zum Voraus: zuvörderſt nämlich dies, daß ſie betraut wurden mit den Offenbarun⸗ gen Gottes in ſeinem Wort d. i. mit Geſetz und Ver⸗

heißung.

V. 1 folgert aus dem Vorhergehenden(ſ. Cap. II, 28. 29) eine V. 1. Frage, deren Erörterung mit Rückſicht auf ein mögliches Mißverſtändniß nicht zu umgehen war. 05=wenn alſo die Sache ſo ſteht (ergänze:daß nicht die Beſchneidung am Fleiſche, ſondern nur die Beſchneidung des Herzens eine wahre Beſchneidung iſt). Es ließ ſich nämlich aus dem Geſagten möglicher Weiſe der Schluß ziehen, als werde der Beſchneidung am Fleiſche und ſomit dem Bundeszeichen, durch welches die Zugehörigkeit zum altteſtamentlichen Bundesvolke und die Theilnahme an den ihm verliehenen Gnadengütern bedingt war, überhaupt aller Werth abgeſprochen und ſomit jeder Vorzug des Juden vor dem Heiden abgeleugnet. Dies würde nun aber mit Cap. II, 25 in offenbarem Widerſpruche geſtanden haben. Eine nähere Entwicklung des dort Geſagten war alſo zur Abwehr eines ſolchen Mißverſtändniſſes unab⸗ weislich, und die aufgeworfene Frage bezweckt, dieſe Entwicklung einzu⸗ leiten. Vor wem das*0ιαο⁴(nach Theodoret= 0021,1 ⁶⁹) roꝰ Toudalov Statt finde, ergibt ſich aus dem Zuſammenhange: natürlich 100 ννο. Die zweite Frage: i 11 dgeeix i eorous; in welcher der Artikel vor de᷑leia auf das reeεεονκQνUBo dο ⁴σεν in Cap. II, 25 hinweiſt und 1ε½e, entſprechend dem ʒlbÖçè mj erſten Satzglied, der betonte Begriff iſt, könnte ſachlich zwar in der erſten enthalten und ſomit an und für ſich betrachtet entbehrlich ſcheinen; offenbar jedoch dient ſie dazu, den Zuſammenhang mit dem Vorher⸗ gehenden herzuſtellen, und war folglich, da dieſer ohne ſie völlig unklar leblieben wäre, für die Form des Gedankens nichts weniger als über⸗ füſſig.