Aufsatz 
Erinnerungen an Georg Michael Roth
Entstehung
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genieſst des Umgangs mit Menschen aller Art, da hingegen in Griechen- land kein Frauenzimmer zur Tafel gezogen wird aufser unter ihren Ver- wandten, alle ihre Tage verlebt sie in den innern Gemächern des Hauses, und dahin hat auſser ihren nächsten Verwandten niemand Zutritt. Diese besondern Thatsachen geben den Beweis für die Richtigkeit jenes allgemeinen Erfahrungssatzes, indem derselbe durch die Aufzäͤhlung der einzelnen kontrastirenden Züge griechischer und römischer Sitte seine Be- stättigung erhält.

Wenn aber Nepos I, 5, 4. sagt:eine ruhmvollere Schlacht als die bey Marathon gebe es nicht, so will er seine Leser von der Wahrheit dieser Behauptung durch den Zusatz überzeugen:nie richtete eine so kleine Mannschaft ein so groſses Heer zu Grunde. Dieſs kann er inzwi- schen nur unter der Voraussetzung, die von ihm nicht ausgedrückte allge- meine Regel:Ruhmyvoller ist-keine Schlacht als die, in welcher Wenige über Viele siegen, werde von jedem Leser gedacht werden und von dem- selben als richtig anerkannt seyn. Ist dieſs, so ist auch das, was er bewei- sen will, erwiesen. Denn ist überhaupt jede Schlacht die ruhmyollste, in welcher Wenige die Niederlage Vieler erkämpfen, so muſs es auch die bey Marathon seyn, da von dem Einzelnen mit Nothwendigkeit dasselbe be- hauptet werden muſs, was von dem ganzen Geschlechte gilt.

IV.

Binsichtlich auf Kausalverknüpfung ist der allgemeine Erfah- rungssatz als Folge der einzelnen Sätze, von welchen er abgezo- gen ist, bestimmt, während diese zusammengenommen als Grund gegen jenen sich verhalten. Umgelcehrt verhält sich im Beweise für den den Charakter einer Thatsache ausdrückenden Satz dieser als Folge der allgemeinen Regel, unter welche er als das Besondere aufgenommen ist, und sonach die allge meine Regel als Grund des von der That- sache prädicirten Charakters. Also:nach andern Sitten lebt Rom, nach