Aufsatz 
Erinnerungen an Georg Michael Roth
Entstehung
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secl. Gebrüder Beer zum Vollzuge kam, erhielt er im May 1787, als primaner, unter allen damaligen Schülern zuerst das Beerische Stipen- dium; doch genols er es nur Ein Halbjahr, weil er schon im nächst- folgenden Herbste zur Universität abgieng. Aus dieser Schülerzeit ist zu bemerken, daſs er weder den Classengenossen noch den Lehrern als besonders ausgezeichnet vorkam: still, in sich selbst gekehrt und von eignem Nachdenken, daher mitunter zerstreut, oder zerstreut scheinend, ein Freund des Lesens, und schon damals an den Augen leidend, galt er weder für einen schlechten noch für einen vielversprechenden Schü- ler: das in ihm liegende Pfund blieb, wie gewöhnlich, darum, weil er bey dem Streben seines Geistes zur Gründlichkeit, welches ihn noch in späteren Jahren immer mistrauisch gegen sich selbst machte, von auſsenher wenig Aufmunterung fand, gänzlich unbeachtet. So lies der seel. Rambach, dessen sich seine gewesenen Zöglinge sämmtlich mit Liebe erinnern, dem aber wohl einigermaſsen die Gabe mangelte, welche den gediegenen Kopf von dem blos leicht auffassenden bald unterschei- det, in der zweyten Classe wöchentlich durch die Fähigeren und Fahigsten, oder die dafür geltenden, von einem Ciceronischen Briefe eine deutsche Uebersetzung, eine deutsche Nachahmung, und eine latei- nische Uebersetzung dieser Nachahmung anfertigen: fragte ihn Roth, ob er diese drey Stücke auch liefern sollte?2 so war Rambachs Ant- wort gewöhnlich: er sey schon zufrieden, wenn neben der Uebersetzung nur noch eine kleine Nachahmung zu Stande käme, und auch auf die- ser bestehe er nicht.

Im Herbst 1787 gieng Roth zur Universität Jena ab, um sich der Theologie zu widmen. Doct blühete damals die kritische Philosophie auf, deren Studium dem für tiefes, streng- logisches Forschen gestimmten Jünglinge ganz zusagte, und seinem Geiste diejenige feste Richtung gab, von der er seitdem nicht wieder abgewichen ist. Bey der zu-

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