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etwas, was Du zu unſerer Kenntnis bringen willſt!„„Zwei Zeichen;““ erwiderte er,„„ſind ſoeben vor uns geſchehen, die ich Dir nun zu melden komme.““ Als ich ihm zu ſprechen befahl, erzählte er: „„Als ihr euch von Tiſch erhoben hattet und in dies Zimmer hier begabt, ſtieg ich mit meinen Gefährten in den Keller hinab, der unter dem Speiſezimmer liegt. Als wir nun hier anfingen den Dienern, die darum baten, Bier auszuteilen, kam ein Knecht hinzu, von einem unſerer Kameraden geſchickt, mit einer Flaſche in der Hand, die er uns zu füllen bat. Als wir ſeinem Wunſche nachgekommen waren, erſuchte er uns, auch ihm ſelber etwas von dem Bier zu trinken zu geben. Man reichte ihm Bier in einem Gefäß, das zufällig leer auf dem Bierfaſſe ſtand. Als er es nun, um zu trinken, an den Mund ſetzte, rief er verwundert: Das iſt ja Wein— und kein Bier! Derjenige aber, der die Flaſche gefüllt und das, was man dem Knechte gereicht, aus der gleichen Offnung gezapft hatte, wollte es nicht glauben. Da ſagte jener: da nimm und koſte! Du wirſt ſehen, daß ich die Wahrheit geſagt habe. Der andere nahm, koſtete und geſtand, daß das Getränk wirklich wie Wein und nicht wie Bier ſchmecke. Jetzt koſtete auch ein dritter und ein vierter und ſchließlich koſteten alle, die zugegen waren, bis das Gefäß leer war— alle aber bezeugten, daß das Getränk in der That nach reinem Wein und nicht nach Bier geſchmeckt habe. Während noch alle voll Verwunderung über das Zeichen ſtaunten und ſtutzten, geſchah es, daß die brennende Kerze, die man im Keller angezündet und neben dem Faß an der Wand befeſtigt hatte— ohne daß jemand an ſie ſtieß— zu Boden fiel und zwar auf den ganz naſſen Eſtrich. Sie verlöſchte vollſtändig, nicht ein Fünkchen mehr war zu ſehen. Einer der Diener hob die Kerze auf und lief nach der Kellerthür, auf der Schwelle aber rief er, ehe er heraustrat, voll Schrecken über die herrſchende Finſternis: Heilige Märtyrer, Marcellinus und Petrus, ſtehet uns bei! Da entzündete ſich auf einmal die Kerze wieder, die er in ſeiner Hand hielt.““ So berichtete der Diener ſeinem Herrn. Die beiden Wunder erſcheinen allerdings etwas verdächtig, weil ſie ſpät abends im Bierkeller paſſiert waren, vielleicht erſchienen ſie auch unſerm Einhard ſo, da er dem wundererzählenden Diener ſofort „ſeine Herberge aufzuſuchen“ befahl. Nichtsdeſtoweniger machte der Bericht des Dieners ihm, als er ſich zur Nachtruhe ins Bett begeben, noch lange Kopfzerbrechen, weil die Zeichen fern von den Heiligen„in regia domo“ ſich zugetragen hatten. Wir haben dieſe amüſante kleine Bierkellergeſchichte aus dem neunten Jahr⸗ hundert ſo vollſtändig wiedergegeben, nicht der etwas zweifelhaften Wunder wegen, ſondern deshalb, um zu zeigen, wie frei Einhards Diener auf der Reiſe mit den Biervorräten in des Königs Keller ſchalten durften.
In Aachen, wo Einhard ſelbſt ein Haus beſaß, verhielt ſich die Sache anders. Hier mußte er ſich und die Seinen ſelbſt beköſtigen. Recht lehrreich iſt in dieſer Beziehung ein Brief, den er an einen ſeiner Vicedomini(— Beamten, die die Einkünfte von Klöſtern zu verwalten hatten) ſchrieb. Er lautet:„Wir befehlen Dir hiermit, daß Du einige Leute nach Aachen ſchickeſt, die meine Herbergen ausbeſſern und wieder⸗ herſtellen ſollen, und das, was ich nötig habe, nämlich Mehl, Gerſte(zu Bier), Wein und Käſe und alles andere zur rechten Zeit dahin ſchaffen läſſeſt. Die Rinder dagegen, welche zu ſchlachten ſind, ſchicke nach Ludinaca, und laſſe ſie dort ſchlachten. Den Abfall und die kleineren Stücke, die wir nicht brauchen können, ſowie ein Rind gieb dem Hroutlouge, unſerem Leibeigenen daſelbſt. Wir werden mit Gottes Hülfe um St. Martin(11. November) in Aachen eintreffen, wenn wir bis dahin noch am Leben ſind. Mache das alles unſeren Dienern bekannt, und befiehl ihnen in unſerem Auftrage, daß ſie ſich bezüglich unſeres Aufwandes ganz darnach richten ſollen, was wir Dir befohlen haben.“
Wenn wir nach dem Geſagten auch annehmen dürfen, daß Einhard auf ſeinen durch königlichen Befehl veranlaßten Reiſen mit ſeinem Gefolge unterwegs auf Koſten des Königs oder königlicher Unterthanen lebte, ſo ſcheint es doch nicht, daß er behufs ſchnellerer Beförderung auch auf Vorſpann oder auf die Stellung friſcher Pferde Anſpruch hatte, wovon ja auch das karoliniſche Kapitulare nichts ſagt. Nirgends begegnen wir nämlich in ſeinen Briefen oder in der translatio den Ausdrücken veredus oder paraveredus; zudem wiſſen wir von der Reiſe, die er im Jahre 830 im Auftrage des Kaiſers von Aachen nach Compidègne zu machen hatte, ganz beſtimmt, daß er ſie auf eigenen Pferden machte. Einhard ſollte die Kaiſerin Judith


