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als er in Pavia weilte, ſchon im voraus, daß in kurzem päpſtliche Geſandte,„ad imperatorem directi,“ Pavia paſſieren würden, ſodann aber berechnete er„ex coniectura mansionum, quae eis parabantur.“ die Zeit, in welcher ſie die Alpen überſchritten haben mußten. Daß auch Klöſter für einzelne ihrer Beamten das Recht freier Beförderung und unentgeltlichen Unterhalts auf Reiſen erhielten, ſteht feſt. Im Jahre 550 wurde es dem Kloſter Korbie an der Somme für einen Beamten verliehen. Für einen beſonderen Fall ſcheint daſſelbe Recht auch dem Tochterkloſter Korvey an der Weſer verliehen worden zu ſein: nämlich im Jahr 836, als es alſo ungefähr in derſelben Zeit, von der wir reden, die Gebeine des heiligen Vitus von St. Denis nach Sachſen überführen ließ; denn wir begegnen in dem Bericht darüber— er rührt von einem der Mitreiſenden her— folgenden Sätzen:„cum pervenissent ad mansionem praedestinatam ibique nocte quievissent“, ferner: Warius abbas cum omnibus suis fecerunt mansionem in villa N..¹)
Wir kommen nunmehr zu Einhards Hofreiſen. Er unternahm dieſelben in den Jahren 828 und 829, meiſtens nicht aus eigenem Antriebe, ſondern auf den Wunſch oder auf eine beſondere Berufung des Königs hin, um in Aachen an den Beratungen der Großen über die Lage des Reichs u. ſ. w. teilzunehmen. So begab er ſich im Januar 828 an den Hof, wie er ſagt,„non solum nostra sponte, sed etiam regali diplomate, quod nobis in via obviam venerat, evocati“; im November 828:„ad comitatum perrexi,“ ſagt er,„nam imperator Hludovicus(eo tempore Aquisgrani palatio consistens) conventum procerum ibi fieri media fere hieme praeceperat, ubi et ego inter caeteros adesse iussus“; und über die Hofreiſe im Dezember 829 ſchreibt er:„cum me quaedam necessitas secundum consuetudinem comitatum regis adire compelleret mense decembrio“. Darum darf man wohl ſchon von vornherein annehmen, daß auf Einhard das Anwendung fand, was Karl der Große im Jahre 803 feſtgeſetzt hatte:„de missis nostris discurrentibus vel ceteris hominibus in utilitatem nostram iter agentibus, ut nullus mansionem contradicere eis praesumat.“ Demnach ſtand dem Verfaſſer der translatio auf ſeinen Reiſen nach Aachen in den Jahren 828 und 829„freie Aufnahme und Verpflegung unterwegs“ zu, denn das bedeutete damals mansio(vergleiche Hartmann a. a. O. 138 und 147). Dazu kommt, daß wir in der That, abgeſehen von zwei Fällen), nirgends ſonſt in der translatio dem Ausdruck mansio begegnen als da, wo unſer Verfaſſer von den Hofreiſen ſpricht. Von der Dezemberreiſe 829 ſagt er:„ad castrum(Wisibada) ibi mansionem habiturus adveni“(2. Dezember), ſodann:„ad vesperum eiusdem diei(3. Dezember) cum ad mansionem venimus.....„ Und von der Novemberreiſe 828 erfahren wir, daß Einhard in dem königlichen Hofgut in Sinzig am Rhein(cum ad regiam villam S. ad manendum venirem) übernachtete und zwar er ſelbſt mit ſeinen Vertrauten„in des Königs Hauſe“; ſeine Knechte und Diener dagegen waren anderswo untergebracht worden, was ſich aus den Worten ergiebt:„illum(famulum), qui haec mihi nuntiavit, expleta narratione ad mansionem suam secedere iussi.“ Aber eben nicht bloß freie Unterkunft, ſondern offenbar auch freien Unterhalt fand er hier ſamt allen ſeinen Leuten, zum mindeſten freien Trunk, wie aus folgender anſchaulich erzählten Geſchichte erhellt.
„Um wie gewöhnlich,“ ſchreibt Einhard,„den Winter am Hofe zuzubringen, ſchickte ich mich im Monat November(828) an, nach Aachen zu reiſen. Unterwegs kehrte ich, nachdem wir den Rheinſtrom überſchritten hatten, in dem königlichen Hofgute ein, welches Sinciacus heißt. Als ich mich nach dem Abendeſſen, das ſich bis in die Nacht hineingezogen, in das abgeſonderte Schlafgemach, wo ich ruhen wollte, zurückgezogen hatte, trat derjenige Diener, der uns gewöhnlich den Schlaftrunk reicht, eilends ein, als wenn er etwas Neues melden wollte. Ich ſah ihn an und rief: was willſt Du erzählen? Denn wie ich ſehe, haſt Du
¹) Translatio S. Viti in: Jaffé, biblioth. rer. germ. I. Seite 17 und 19.
²) Abgeſehen nämlich von der ſchon angezogenen Stelle über die Reiſe der päpſtlichen Geſandten und noch einer anderen, die ſich auf Ratleiks Reiſe von Portus bis Michelſtadt bezieht: quinta mansione ad 1. Mich. veniunt. Vielleicht war der Begleitung der Heiligen für dieſe letzte Strecke eine„tractatoria“ erteilt worden. Sonſt heißt es bezüglich des Nachtquartiers und der Verpflegung ſtets hospitium accipere(§ 6), hospitio recipi(§ 39 und 58), noctem ibi morari(§ 58) u. ä. m.


