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aber nur durch wenige kurze Fragen. Es ist Sache des Lehrers, zu sichten und zu wählen unter solchen Abschnitten, die ausführlich zu besprechen sind, und solchen, die kurz abgethan werden können.
Ich wende mich nach diesen Vorbemerkungen nun zunächst zur Vorbesprechung des ersten Gesangs. Zerfällt auch nach dem Gesagten die Besprechung des ersten Gesangs im Unterrichte in mehrere Lektionen, so will ich doch hier in dieser Abhandlung diesen Gesang sogleich als ein Ganzes berücksichtigen.
Die Vorbesprechung des erwähnten Gesangs wird sich insbesondere auf folgende Stücke zu erstrecken haben.
a) Götterwelt. L.(-Lehrer). Welches war der oberste Gott der Griechen, der Vater der Menschen und Götter? S.(⸗Schüler). Zeus¹) L. Wessen Sohn ist er? S. Des Kronos. L. Wie wird er daher genannt? S. Der Kronide oder auch Kronion. L. Wo denkt man sich seinen und der übrigen Götter Wohnsitz? S. Auf dem Olymp im nordöstlichen Griechen- land. L. Merkt euch bei dieser Gelegenheit, dass sich Zeus auch zuweilen nach dem Idage- birge in Kleinasien begiebt. Dieses liegt südostwärts von dem trojanischen Schlachtfelde, nicht allzuweit von diesem entfernt(Karte!); vom Ida aus kann also Zeus die Vorgänge im Kampfe um Troja aus unmittelbarer Nähe beobachten.— Worin offenbart sich Zeus gar manch- mal den Sterblichen? S. Im Blitz und Donner. L. Darum wird er auch genannt der Donnerer Zeus, der Donnernde, der Hochdonnernde, der Schwarzumwölkte(als Gewitter- gott) u. s. w.(die erwähnten Bezeichnungen kommen alle im 1. Ges. vor).— L. Wo stand des Zeus berühmtestes Standbild? S. In Olympia. L. Wer hat dasselbe verfertigt? S. Phidias. L. Der Künstler dachte sich den Zeus so, wie ihn die letzten Verse des 1. Ge- sanges in unsrer Ausgabe schildern, als den allmächtig herrschenden Gott, wie er huldvoll denen, die ihm flehend nahen, Gewährung zuwinkt.[Die betr. Worte werden gelesen v. v. 436— 438 Kern(in Zukunft einfach K.), 528— 530 Voss(in Zukunft V.).— In diesen und ähnlichen Fällen den Schülern eine Abbildung vorzeigen! Eine massvolle Berücksichtigung dieser Forderung, in solchen Fällen Abbildungen zu zeigen, wird auch empfohlen von Lohr in der Zeitschr.„Gymnasium“ 1888:„Uber Homerlektüre.“]— Merken wir uns nun zu dem bisher Gesagten noch folgende Stücke: Zeus wird gleich im 1. Ges. genannt der Ordner der Welt(K. 418, V. 508). Er ist es nämlich, der für die Ausführung dessen sorgt, was eine höhere Macht, das Schicksal, von den Griechen Moira genannt, über die Menschen und die Welt verhängt hat, Zeus ist also sozusagen der Hüter des Schicksals. Innerhalb der durch die Moira gezogenen Schranken ist Zeus frei und selbständig in seinem Handeln; er kann den Menschen glückliche Tage verleihen, er kann aber auch Tage des Unglücks über sie hereinbrechen lassen, nur muss schliesslich in der Hauptsache das Los der Menschen dem entsprechen, was die Moira über sie verhängt hat. ²)— Oben hörten wir, dass Zeus sich zuweilen vom Olymp auf das Idagebirge begebe; weiss vielleicht einer von euch, in was für ein Land er sich auch manchmal zu begeben pflegt? S. In das Land der Athiopen.— L. Diese Athiopen wohnen in weiter Ferne am Okeanos(Ocean), nicht allzu weit von den Agyptern entfernt. Sie sind fromme und gottesfürchtige Leute, weshalb ihnen die Götter zugethan sind; darum werden die Athiopen, wenn sie grosse Götterfeste feiern und reiche Opfer darbringen, manchmal von Zeus und den andern olympischen Göttern besucht; diese bleiben dann einige Zeit im Lande der Athiopen, worauf sie wieder nach dem Olymp zurückkehren.(Bei dieser Gelegenheit spreche der Lehrer etwas eingehender von der Verehrung der Gôtter durch Gebete, Gelübde und Opfer, von Opfergebräuchen, Opfermahlzeiten u. dergl. m., soweit es zum Verständnis der bezügl. Stellen im 1. Gesange erforderlich erscheint, insbesondere erkläre er auch das Wort „Hekatombe“.)— Waren die Olympier stets einig unter einander? S. Nein, es kam manchmal zu argen Zerwürfnissen und Zwistigkeiten, insbesondere zwischen Zeus und seiner Gemahlin
¹) Im Unterrichte müssen in der Regel die Antworten in ganzen Sätzen gegeben werden, hier in dieser Lehrprobe ist diese bekannte didaktische Forderung nicht zu ängstlich berücksichtigt. n5 ²) So ungefähr glaube ich Schülern der Obertertia dieses schwierige Kapital mundgerecht machen zu können.
Vor- besprechun


