Aufsatz 
Einige mathematische Aufgaben aus dem Unterrichtsstoff der Obersekunda und Prima des Gymnasiums : 2. Teil
Entstehung
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er die Verdienſte des Verſtorbenen um die hieſige Anſtalt, ſowie ſeine trefflichen Eigenſchaften als Lehrer und Erzieher, als Gelehrter und Forſcher, als Vorgeſetzter und Menſch hervorhob. Die liebenswürdige Perſönlichkeit des Direktors Thamm und ſein mehr als neunjähriges, überaus eifriges und erfolgreiches Wirken werden nicht nur am Kaiſer Wilhelms Gymnaſium, ſondern auch in der Bürgerſchaft unvergeſſen und immerdar in Ehren bleiben.

2. Der Einſluß des Krieges auf die Anſtalt.

Der Ausbruch des Krieges überraſchte uns mitten in den Sommerferien. Die Lehrer waren zum Teil verreiſt, einige weilten im Auslande. Nachdem es allen gelungen war, über die Grenze auf ihren Poſten zurückzukehren, ging es noch während der Ferien an die Vorbe⸗ reitungen für die vom Herrn Miniſter angeordneten Notreifeprüfungen. In drei verſchiedenen Terminen, die unter dem Vorſitz des Unterzeichneten am 17.19. Auguſt, am 14. und 15. September, und am 29. und 30. September abgehalten wurden, erwarben 24 Ober⸗ und Unter⸗ primaner das Zeugnis der Reife, um zu. den Fahnen zu eilen. Ihre Namen bringt das Ver⸗ zeichnis S. 32. Sie wurden, zum Teil ſchon in Uniform, von dem Unterzeichneten mit einer Anſprache in der Aula entlaſſen.

Außerdem wurden die Reihen unſerer Schüler in den oberen Klaſſen erheblich gelichtet, durch ſolche, die teils freiwillig, teils auf Einberufung, zur Verteidigung des bedrohten Vater⸗ landes unter die Waffen eilten. Es waren 12 Unterprimaner, nämlich: Bilo, Ernſt, Görg, Hammecke, Henkes, Keiner, Niedeggen, Rüdel, Trips, Walczynski, Zwergel, Gräf; 4 Ober⸗ ſekundaner, nämlich: Diſſelhoff, Isphording, Schütz, Wieſemann; 7 Unterſekundaner, nämlich: Eſchenbrenner, Fürguth, Hahn, Müller, Oſter, Reuland, Sebaſtian und der Obertertianer Heinrich Schmidt. Die meiſten von dieſen 48 Schülern ſtehen bereits vor dem Feinde, mehrere ſind verwundet worden, zwei ſind den Heldentod fürs Vaterland geſtorben, nämlich:

1. Der Obertertianer Heinrich Schmidt, Kriegsfreiwilliger in der 1. Komp. des Inftr.⸗Regts. Nr. 28.

Als einer der jüngſten unſerer Kriegsfreiwilligen, noch nicht 17 Jahre alt, war er in ſchöner Begeiſterung hinausgezogen und hat bei einem feindlichen Angriff bei Perthes ſein junges Leben dem Vaterlande zum Opfer gebracht. Er war ein braver Kamerad und nach dem Zeugnis ſeines Kompagnieführers einer der tapferſten ſeiner Kompagnie.

2. Der Unterprimaner Hermann Trips, Gefreiter in der 4. Komp. des Pionier⸗Regts. Nr. 30.

Als Schüler war er eine Zierde ſeiner Klaſſe und der Anſtalt; als Soldat war er eben⸗ falls nach dem Zeugnis ſeines Kompagnieführerseiner der tapferſten ſeiner Kompagnie und zumEiſernen Kreuz vorgeſchlagen. Er fiel bei einem feindlichen Angriff vor Verdun.

Der Unterzeichnete ehrte das Andenken beider vor den verſammelten Schülern und Lehrern in der Aula ſowie durch einen Nachruf, und wir werden es weiter ehren.

Auch von den früheren Schülern, die ja namentlich durch denVerein ehemaliger Schüler in großer Anhänglichkeit die Verbindung mit der Anſtalt aufrecht erhalten, ſteht eine große Anzahl im Felde. Manche ſind gefallen, manche mit dem Eiſernen Kreuze ausgezeichnet worden. Auch für ſie iſt eine gebührende Ehrung ſeitens der Anſtalt geplant, allein es erſcheint ange⸗ meſſen, damit bis zur Beendigung des Feldzuges zu warten.

Mit unſern im Felde ſtehenden Schülern ſuchten Lehrer wie Schüler nach Möglichkeit in Verbindung zu bleiben durch Briefe und Feldpoſtkarten ſowie durch lüberſendung von kleineren perſönlichen Liebesgaben. Jeder, deſſen Adreſſe ermittelt werden konnte, erhielt vomVerein ehemaliger Schüler eine Sendung Zigarren und vom Lehrerkollegium die gehaltvolle Schrift Deutſcher März. Wir wollten unſern Schülern auf dieſe Weiſe zeigen, daß auch diejenigen, denen es nicht vergönnt war mit hinauszuziehen, der Kämpfer gedenken und an ihrem Schickſal Anteil nehmen.