Aufsatz 
Reform des Elementarunterrichts in der Vorschule und Abschluß dieses Unterrichts in der deutschen Sexta. Eine pädagogisch-kritische Studie
Entstehung
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fügt Direktor Henke hinzu: Alles das wäre Ballast für die Elementarschule. Er vergleicht dann die in Sexta eintretenden Zöglinge beider Schulen und sagt:»Die Volksschüler haben viel mehr gelesen und einen weiteren Anschauungskreis, aber sie sind weniger schnell, weniger geübt im Beherrschen der Einzelheiten, und die Art der grammatischen Vorbildung, wie wir sie für Sexta brauchen, fehlt ganz. Der Vorschüler ist in den beiden letzten Punkten normal vorgebildet, macht aber, weil der Kreis des ihm Vorgeführten absichtlich, um seine Kräfte zu schonen, viel enger gezogen ist, den Eindruck minderer Gereiftheit. Und dennoch, ja gerade darum, ist er für die höhere Schule besser vorgebildet«. Damitist die Einheit des Ziels für beide Arten der Vorbildung völlig aufgegeben und ich kann nur sagen: ich wundere mich nicht, wenn die Gegner der Vorschule in Barmen den Sieg davon getragen haben. In Frankfurt ist der Gegensatz ein weniger schroffer; immerhin ist er im Laufe der Entwicklung unserer Vor- schule sehr viel größer geworden. Bei ihrer Entstehung hatte sie in jeder Klasse neben den deutschen(10, 8, 8) Stunden, wöchentlich 6 Stunden Anschauungsunterricht; auf der Oberstufe zerlegte sich dieser in je zweistündigen sprachlichen, naturkundlichen und geographischen An- schauungsunterricht. Seit der Reduktion der Stundenzahl ist dieser Gegenstand vom Stunden- plan verschwunden. Zugleich aber sind die Anforderungen an die nach Sexta zu ver- setzenden Schüler seitens der höheren Schulen erhöht worden, und zwar bezüglich der gramma- tischen Schulung, wenn darin auch nicht ganz soviel verlangt wird wie in Barmen. Immerhin ist es dadurch unvermeidlich geworden, daß der Schwerpunkt im deutschen Unterricht mehr und mehr auf Fertigkeit im Lesen und Rechtschreiben gelegt wird und daß das Element der An- schauung hinter der formalen Bildung durch starke Betonung der Grammatik zurücktritt.

c. Schreiben(Vorsch. 11, 4, 4 Volkssch. 10, 2, 2). Die Volksschule beansprucht für diesen Gegenstand vom zweiten Jahre an nur halbsoviel Zeit als die Vorschule. Dort tritt das lateinische Alphabet erst im 3. und 4. Jahre, zusammenhängende Lateinschrift erst im 5. Jahre auf. Die Vorschule ist genötigt, die Erlernung der kleinen lateinischen Buchstaben im 2., die der großen Buchstaben und der zusammenhängenden Lateinschrift im 3. Jahre zu bringen. Es leuchtet ein, daß die Erzielung einer dauerhaften Schönschrift in beiden Schriftarten bei der beschränkten Ausdehnung des Schönschreibunterrichts in der höheren Schule(bis V.) hier viel größeren Schwierigkeiten begegnet als in der Volksschule.

d. Rechnen(Vorsch. 5, 5, 5 Volkssch. 4, 4, 4). Auch hier decken sich die Lehr- pläne beider Schulen nicht ganz. Die Vorschule legt größeres Gewicht auf Operationen mit großen Zahlen und auf Fertigkeit im schriftlichen Rechnen, während die Volksschule immer in erster Linie das Rechnen mit benannten Zahlen und im Kopf betont und im 3. Jahre den Zahlenkreis nur bis 1000 erweitert. Immerhin erreichen begabtere Schüler auch in dem er- weiterten Zahlenkreis die erfreuliche Sicherheit infolge der größeren Stundenzahl, der begünstigenden Umstände und besonders des lebhaften Interesses, welches das Elternhaus gerade diesem Unterrichts- gegenstand hier von jeher entgegenbringt.

IV. Ergebnis und Reformvorschlag.

Fassen wir die bisherigen Vergleichungen der Einzelfächer zusammen, so ergibt sich, daß Lehrziel und Lehrmethode in Vorschule und Volksschule wesentliche Unterschiede aufweisen. Die Vorschule läßt die unmittelbar auf das kindliche Gemüt und auf die Bildung des Willens abzielenden Fächer(Religion und Gesang) zurücktreten. Sie betont bei der Bildung des Ver-