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und ist, abgesehen von den schon vorher vorhandenen Handelsklassen, der älteste Bestandteil dieser Anstalt. Im folgenden Jahre erweiterte sie sich von zwei auf drei Klassen mit 51+ 40+ 31= 122 Schülern. Die Jahrgänge wurden im Zusammenhange mit den aus ihnen hervorwachsenden Realklassen gezühlt(IX., VIII., VII.) und galten als integrierender Teil der Wöhlerschule. Ihr Zweck war, ein möglichst gut und gleichmäßzig vorbereitetes Schülermaterial für die Realklassen zu erziehen. Im Zu- sammenhang mit der Entwicklung der inzwischen(1875) aus dem Patronat der»Polytechnischen Ge- sellschaft« in das der Stadt übergegangenen Wöhlerschule wuchs auch die Vorschule rasch in die Breite, aus drei Klassen wurden sechs— Wechselcöten, die zu Ostern 1892 in Parallelcöten verwandelt wurden—; die Zahl der Schüler stieg von 120 auf 250— 260. Dieses rasche Wachstum erklärt sich schon aus der Lage unserer Anstalt im Westende der Stadt, wo in den ersten Jahren(bis 1876) überhaupt keine andere höhere Schule lag und wo sich bis heute keine weitere Vorschule findet. Früher galt es als Regel, daß unsere Vorschüler in die Realklassen der Wöhlerschule eintraten. Als nun aber das städtische Gymnasium in das Westende Frankfurts verlegt wurde, gewann unsere Vorschule eine erweiterte Bedeutung; denn viele Eltern unserer Vorschüler zogen um seiner größeren Berechtigung willen das Gymnasium, das keine Vorklassen besitzt, dem Realgymnasium vor. Im Jahre 1882 wurden alle städtischen Vorschulen— es sind deren sechs— einheitlich organisiert; es trat eine bedeutende Verminderung der Stundenzahl ein, und die Anforderungen der höheren Lehranstalten an die aufzunehmenden Sextaner wurden einheitlich normiert. Infolge hiervon ist seit 1885 durch die Königliche Schulbehörde festgesetzt, daß die aus der Oberklasse versetzten Vorschüler ohne weitere Prüfung in jede Sexta aufzunehmen sind. Mit Beginn des Jahres 1897 ist das eine der beiden nunmehr vollständig von einander getrennten städtischen Gymnasien uns noch näher gerückt, und damit hat sich, wie wir schon jetzt deutlich wahrnehmen, die Anziehungskraft desselben auf unsere Vorschüler abermals gesteigert. So sind unsere Vor- klassen zu einer Vorbereitungsanstalt für drei der höheren Schulen Frankfurts geworden und stellen sich somit als einen recht wichtigen Faktor für das Gedeihen des hiesigen höheren Schulwesens dar.
Nachdem nunmehr 26 Jahre seit der Gründung unserer Vorschule verflossen sind und nachdem ihr Verhältnis zu den höheren Lehranstalten sich so wesentlich erweitert hat, dürfte es an der Zeit sein, einen prüfenden Blick auf ihre Organisation zu werfen und insbesondere zu unter- suchen, ob sie eine solide Vorbereitung auf die höhere Schule in dem Maße verbürgt, wie es das ihr verliehene Recht zur notwendigen Voraussetzung hat.
II. Das Ziel der Vorschule.
Der Lehrplan einer Schule wird durch das Ziel bestimmt, welches durch den von ihr erteilten Unterricht erreicht werden soll. Die Kußerungen der Schulbehörden, die wie gezeigt wurde, der Vorschule nur allmählich näher traten, lauten, was die an die eintretenden Sextaner zu stellenden Forderungen anlangt, zu verschiedenen Zeiten verschieden. Während im Jahr 1837 in Deutsch, Rechnen und Geographie höhere Anforderungen erhoben werden ¹), ermäßigen diese sich später ²) auf»Geläufigkeit im Lesen deutscher und lateinischer Druckschrift; Kenntnis der Redeteile; eine leserliche und reinliche Handschrift; Fertigkeit, Diktiertes ohne grobe ortho- graphische Fehler nachzuschreiben; Sicherheit in den vier Grundrechnungsarten mit ganzen Zahlen; einige Bekanntschaft mit den Geschichten des Alten und Neuen Testaments«. Am klarsten spricht sich endlich das erwähnte Minist.-Reskript vom 24. April 1883 aus. Hier heißt
1) Wiese, Verord. u. Gesetze I. p. 53. ²) ibid. p. 149.


