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würdig, als ſeine Einfachheit und Anſpruchsloſigkeit. Seine Bedurfniſſe waren gering und ob⸗ wol ihm rechnen und kargen aufs Höchſte zuwider waren, ſo machte 4 ſich doch Sarſamkel zur Pflicht, und dieſe, ſo wie ſeine Ordnungsliebe ließ ihn mit Wenigem weit reichen. Grund⸗ ſäblich wich er nicht von den einfachſien Lebensgewohnheiten ab, und war oſt durch dringende Bitten kaum zu bewegen, ſeinem Körper die nöthige Pflege angedeihen zu laſſen. Größere Selbſtüberwindung koſtete es ihn, ſeine literariſchen Bedürfniſſe ſeinen Mitteln anzupaſſen. Er kaufte ſelten etwas Anderes, als was einem praktiſchen Zwecke dienen ſollte, hatte jedoch oft noch Wunſche auf dieſem Gebiete, deren Erfüllung er ſich nicht geſtatten zu dürfen glaubte. So oft dies jedoch der Fall war, tröſtete er ſich mit der Hoffnung auf eine beſſere Zukunft,„die ihm auch wol einmal etwas mehr bringen werde.“ Dieſe Hoffnung ſprach er auch dann zuweilen aus, wenn er ſeiner Neigung zum Wohlthun nicht genügen konnte. Denn er war ein fröh⸗ licher Geber, und hatte er wenig, ſo gab er doch das Wenige mit treuem Herzen. Jede Anſtalt, die einen humanen Zweck verfolgte, unterſtüͤtzte er gern und freudig; doch nahm er vorzugsweiſe an ſolchen Theil, die auf die Beförderung ſittlicher und religiöſer Bildung ausgingen. Das Verderbliche der Haus- und Straßenbettelei einſehend, koſtete es ihn doch ſtets einen Kampf, einen Bettler abzuweiſen, auch nachdem er ſich dazu verpflichtet hatte, und er fand häufig eine Entſchuldigung, um dies nicht thun zu müſſen. Vielen Bittenden hat er mit Unterſtützungen und kleinen Darlehen geholfen, hat ſich ſelbſt dadurch häufig in Verlegenheiten gebracht; aber dies ſo wenig, als manche Täuſchungen, die er dabei erfuhr, hielten ihn von ähnlichen Hülfs⸗ leiſtungen ab. Was er durch ſeine literariſchen Arbeiten erwarb, hat er mit vielem Vergnügen ungetheilt zu wohlthätigen Zwecken verwandt. Er hatte eine Uneigennützigkeit, wie man ſie ſelten findet und die mich wiederum an Luther erinnert. Er begnügte ſich fortwährend mit ſeinem geringen Einkommen. Wir haben erfahren, daß die Regierung und der Ausſchuß ihm, ohne daß er Ahnung davon gehabt hatte, 100 Thaler Zulage hat bewilligen wollen, Curtze aber in der Ständeverſammlung, deren Mitgtied er war, die Annahme abgelehnt hat. Er meinte, er müſſe ſich Suͤnde ſcheuen, ſolche Zulage anzunehmen, da es in unſerm Lande noch Schullehrer gäbe, welche mit 100 Thaler jährlich Weib und Kind ernähren muͤßten.
Er haßte Alles, was auf äußeres Scheinen hinauslief. Er bemühte ſich, wo er konnte, „Lug und Trug aus dem Felde zu ſchlagen, und der Wa hrheit, der doch allein die Ehre gebuͤhrt, alsbaldigen Sieg zu verſchaffen.“ t Wahr und offen war ſein Weſen.“ So ſchreibt er:„Ich meine, unter Freunden vor allen muß die Wahrheit, die Treue gelten“— und„Kom⸗ men wir Cuch aber nicht gelegen, ſo ſagſt Du es mir offen, wie es ſich unter Freunden geziemt.“ me nn ehe ſeeh 85 ihre beſtimmten Grenzen, wo es ſein Amt forderte, oder die Be⸗
nheit es ihm zu gebieten ſchien. Er ſprach ni ü ine i Gefähte win et ſets zurüchalend, ſo daß Manchet den khenn von Adeene and de ie Gemüths geahnt hat.„Nur nach näherer Kenntniß“ ſchreibt er in dieſer Bezi
lernt man mich recht kennen, weil ich ſo ei ſschen ein 4 ehung 184l, „, weil ich ſo ein Bischen ein innerlicher Menſch bin, der nicht ſofort und unter aller Menſchen Au en ieri 2— 1
gen zum neugierigen Begucken ſich hinſtellt“ und über
den Brieſ, den wir ſeiner Charakteriſtik zu Grunde gelegt haben, ſpricht er ſich folgender maßen ——
t Wald. Schulblatt 1850. No. 24.


