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gen Feſte ſeiner gedenken, er hat mit dem uneigennützigſten, unermüdetſten Cifer gearbeitet für die Kirche und Schule unſeres Landes, und hat in dieſer Arbeit ſeine Kräfte verzehrt. Er ſchaut nun das ewige Licht und empfindet den ſeligen Frieden, den die Welt nicht zu geben vermag, wir aber beklagen ſeinen Verluſt, und ſtärken uns durch ſein Beiſpiel in unſerm Wirken und Kämpfen fuͤr das Reich Gottes. O wenn wir Alle ſeinen treuen Eifer, ſeine Gewiſſenhaftig— keit und Beharrlichkeit hätten, dann würde von unſerer Gemeinde und unſerer Landeskirche das Wort der Schrift gelten: ſiehe da eine Hütte Gottes bei den Menſchen.“— Als Grundzug ſeines ganzen Weſens iſt ſeine ſtrenge Gewiſſenhaftigkeit zu bezeichnen. Die Stimme des Gewiſſens iſt die Richtſchnur, der er unwandelbar folgte. Er ſprach in den letzten Jahren im vertrauteſten Geſpräch wol zuweilen darüber, wie nöthig es dem Menſchen ſei, auf ſich ſelbſt zu achten, daß er auch in Kleinigkeiten gewiſſenhaft und treu ſei, und klagte ſich an, daß er hierin nicht ſorg⸗ ſam genug wäre. Und doch müſſen Alle, die ihm näher geſtanden haben, bezeugen, daß ſelten bei einem Menſchen eine größere Gewiſſenhaftigkeit gefunden wird. Seine Gewiſſenhaftigkeit im Berufe äußerte ſich als eine Treue, ein Eifer, ein Fleiß, eine Ausdauer, die uns ewig Muſter bleiben. Wir haben oben ſein Wirken in ſeinem Berufe kennen gelernt. Aber um ſeine uner⸗ müdliche Pflichttreue recht würdigen zu können, muß man die Accenſtöße, die er ausgearbeitet hat, geſehen, die reichen Citate, welche ſeine genaue Bekanntſchaft mit der betreffenden Literatur beur⸗ kunden, geleſen haben, muß man wiſſen, wie er die Archive durchſucht, und faſt unles⸗ bare Pergamente entziffert hat. Dann wird man erſtaunen über den Rieſenfleiß, der in dem ſchwachen Körper wohnte, und wird die Wahrheit begreifen, welche ſein College Conſiſtorialrath Steinmetz mit den Worten ausſprach, daß er in dieſer Arbeit ſeine Kräfte verzehrt hat. Er hat nie geglaubt, daß er zu viel thue. Er ſetzte ſeine Geſundheit oft aufs Aeußerſte aus, ehe er ein⸗ willigte, Hülfe in ſeinem Amte anzunehmen. So ſchrieb er den 26. März 1847:„Referent erkennt zwar die getroffenene Einrichtung mit dem tiefſten Danke an, kann aber, ohne beſon⸗ dere Vergütung an das Conrectorat zu leiſten, daſſelbe nicht Mühewaltungen übernehmen laſſen, die ihm zu übernehmen gebührt“ und Ende 1847:„Ich bin ſo fleißig geweſen, als ich irgend vermochte. Aber meine Geſundheit wurde dabei immer mehr zerrüttet, ich fühlte mich nicht mehr wohl.“ Ja, er blieb ſich immer gleich in ſeinem Fleiße, der auch im Auslande bewundert iſt;*2 er hat es bis ans Ende treu erfüllt, was er auf der Predigerverſammlung zu Mengeringhau⸗ ſen am 22. April 1835 ausſprach:„Nur durch einen Eifer, der nimmer ermüdet und ermattet, nur durch unbeugſames Feſthalten an dem, was allein uns Abhülfe zu bringen vermag,— mögen wir größere, nachhaltigere Reſultate erwarten. Darum laſſen Sie uns denn in dem Geiſte der Beharrlichkeit und Standhaftigkeit fortſchreiten auf der einmal begonnenen Laufbahn,— nichts tiefer in die beſſere Geſtaltung des Lebens der Völker Eingreifendes ward ohne Mühe und Anſtrengung errungen;— laſſen Sie uns unſere Zeit und ihre Bedürfniſſe richtig erken⸗ nend und richtig würdigend, nicht ruhen und nicht raſten, bis daß auch wir ihren Mahnungen Gehör gegeben und ihren Forderungen Genüge geleiſtet ſehen.“ Er verzagte nicht, wenn Hin⸗ derniſſe ſich ihm in den Weg ſtellten: Kämpfe und Widerwärtigkeiten konnten ihn wol vorüber⸗ gehend beugen, aber er dauerte aus.„Du kannſt nicht glauben“, ſchreibt 1 ½ 46 an einen
* Vergl. die Recenſionen ſeiner Werke.


