Aufsatz 
Carl Curtze : ein Lebensbild / von Carl Beck
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Conferenz, Kirchentag, welchen er zu Bremen, Berlin und Frankfurt beſuchte. Leide nd ſeinn Wünſche für die Einheit der evangel. Kirche jetzt noch eben ſolche Pia dilen als Fden Beſtrebungen für die evangel. Union im 17. Jahrhundert. Mit dieſem Afenen der e bane nad überhaupt manchen Zug gemeinſam. Sein Verlangen nach Umgeſta uung er. onſſopai⸗ verfaſſung durch Einführung von Presbyterien und Synoden erinnert an Spenes For erung einer Aelteſtenverfaſſung und deſſen Votum gegen die Cäſareopapie⸗ ſein Verlangen nach einer Sonntagsordnung und einem Disciplinargeſetz, ſowie ſein Forſchen nach vorhandenen Reſten der Kirchenzucht an deſſen Forderung der Kirchenzucht; er ſtimmt mit ihm auch überein im Proteſtiren gegen Gewiſſenszwang ſowol im Allgemeinen, als auch ſpeciell in Betreff der Geltung der ſymbol. Bücher. Darüber mögen hier Andeutungen am Platze ſein. Im Gutachten vom 17. April 1852 ſagt er:Faſſen wir das Princip der rechtlichen Gleichſtellung aller Glaubens⸗ bekenniniſſe vom Standpunkte der Kirche aus in's Auge, ſo müſſen wir uns wiederholt für dieſe Gleichberechrigung ausſprechen. Es hat eine ſolche gerechte Freiheit der Herr unſerer Kirche ſelbſt gewollt, ſie iſt der eigenthümliche Charafter ſeines Neiches⸗ und nimmer kann die ver⸗ folgende Kirche die wahre ſein. Der Glaube iſt etwas ſo tief Innerliches, daß er ſich nicht durch Aeußeres beſtimmen laſſen will, das Reich Gontes iſt Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geiſt, er kann und will nicht durch weltliche Mittel ausgebreitet werden. Die Kirche muß vielmehr verlangen, daß es ihr überlaſſen werde, den Kampf mit geiſtigen Waffen auszukämpfen, und es iſt ihr nicht bange. Das Evangelium ſteht unter einem höhern Schute als dem des Staates. Die Wahrheit wird in der vollſten Freiheit um ſo herrlicher trium⸗ phiren, und wo am meiſten wahres Leben iſt, da wird der Sieg ſein. Zeigt ja auch die Geſchichte der Kirche auf allen Blättern, daß nur das Aechte, das Kernhafte bewährt und gekrönt wird, das Nichtige, das Scheinleben aber allezeit wieder verdorrt und untergeht. Ueber die Geltung der ſymbol. Buͤcher aber ſagt er in ſeinem Votum von 1845:Ohne Rückſchritte machen zu wollen, ohne dem Princip der Reformation entgegen zu handeln, kann unſere Kirche, meines Erachtens, eine unbeſchränkte Verpflichtung auf die ſymbol. Bücher nicht wieder auf⸗ nehmen wollen. An Spener, mit dem er die Forderung eines lebendigen, in der Heiligung thätigen Glaubens theilte, erinnert endlich noch ſeine Geduld und Milde gegen die, welche anderer Richtung waren, eine Frucht ſeiner hiſtoriſchen Studien.So laſſen Sie uns denn, ſchrieb er im J. 1851,ſind wir auch nicht in Allem gleicher Anſicht, in brüderlicher Liebe Einer des Andern Schwächen tragen in Geduld, und in Einigkeit des Geiſtes durch das Band des Friedens trachten nach unſern ſchwachen Kräften zu fördern das Reich unſeres Herrn Jeſu Chriſti. Durchdrungen von dem ächten Geiſte der Union, dem Geiſte der Einigung und Verſöhnung der Gegenſätze, ſtand Curtze über den Parteien, erkannte die Berechtigung eines andern Standpunktes in vollem Maße an. Das bewies er z. B. dadurch, daß er am Grabe eines Katholiken ein letztes ehrendes Wort ſprach.Ich lege, ſchreibt er ferner,dieſen Anſichten der ſ. g. luth. Partei nichts in den Weg, trete denſelben nicht lieblos entgegen, ich bin mir bewußt, daß ich immer geſucht habe, denſelben die vollſte Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, ich werde das auch fort⸗ während thun, und Gottes Gnade möge mich vor Anderem bewahren. Ich wuͤnſche und verlange nichts Anderes, als daß über die beſtehende Verſchiedenheit demnächſt von der Kirche * Vergl.Die Eiſenacher Conferenz von L. L. im Wald. Anzeiger 1852. Nr. 86. 90. 92.

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