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jedoch mit Vermeidung aller„unpraktiſchen Maßregeln einer rigoriſtiſchen Strenge“, einen Ent⸗ wurf und legte denſelben dem Predigerverein 1844 zur Beſprechung und zur Berathung vor. Zur Begründung ſagte er u. A.:„Faſſen wir die Art und Weiſe in's Auge, wie in unſerer Zeit die Sonn⸗ und Feſttage in der evangeliſchen Chriſtenheit Deutſchlands gefeiert werden, ſo wird es uns nicht entgehen können, daß dieſe Feier der Idee, die dieſen Tagen zu Grunde liegt, bei Weitem nicht entſpricht. Der Sonntag iſt ein Tag der heiligen Ruhe, wo alle Arbeit,
die ihren Zweck in Erwirkung und Gewinnung irdiſch zeitlicher Güter hat, bei Seite gelegt
werden ſoll; der Sonntag iſt ein Tag der Beſchauung und Prüfung aller Werke der vefloſſenen 6 Werklage; er iſt ein Tag der Glaubensgemeinſchaft und Freude in dem Herrn, und ſoll in ſeiner ganzen Erſcheinung ſich darſtellen als das Gepräge innerer und äußerer Frömmigkeit, Reinigkeit und Lauterkeit; mit einem Worte: der Sonntag iſt ein Tag des Herrn, alles irdiſche und weltliche Treiben ſoll an ihm verſtummen, das Gemüth ſich ſammeln, in ſich zurückkehren, der Betrachtung des heiligen Schriftworts ſich zuwenden und mit Gott verkehren.“—„Dem tiefern Beobachter kann es nicht entgehen, daß der Verfall der würdigen Sonntagsfeier ſeinen Grund ſtets in dem Verfall der Kirche ſelbſt, in dem Abfall von Gott und Chriſto Jeſu hat. Alles mithin, was ein ächt chriſtliches Leben zu wecken, zu fördern und zu heben vermag, das wird auch die Sonntagsfeier wieder heben; ja, dieſe wird nur da in dem rechten Geiſte und in der rechten Geſtalt ſich finden, wo das erſte zur rechten Blüthe und Frucht gekommen iſt. Da es nun zumal die Pflicht der Diener des göttlichen Worts iſt, das chriſtliche Leben der Ge⸗ meinden zu nähren und zu fördern, ſo werden ſie insbeſondere auf die würdigere Feier der Sonntage aufs Kräftigſte hinarbeiten müſſen.— Die kirchliche Sonntagsverſammlung iſt, wie die Blüthe des kirchlichen Lebens, ſo auch zugleich das vornehmſte Saatfeld zur Neubelebung deſſelben. Der Prediger muß daher alle ihm nur immer zu Gebote ſtehende Kraft auf ſeine religiöſen Vorträge verwenden, damit ſie ſich ſowol durch Inhalt als auch durch Wärme, Herz⸗ lichkeit und Lebendigkeit auszeichnen, er muß alle Melodien und Töne verſuchen, um nie lang⸗ weilig zu werden und mit aller Begeiſterung ſeine Zuhörer zu feſſeln und zu ſich hinaufzuziehen beſtrebt ſein.“— Den Werth der Liturgie für die Kirche überſchätzte er nicht, forderte aber,„es ſolle auch bei uns ein rechtes Verhältniß zwiſchen Liturgie und Predigt wieder hergeſtellt werden, um ſo in unſern Kirchen ächte Erbauung zu fördern.“„Die Feierlichkeit des Gottes⸗ dienſtes, ſeine heilige Kunſt, ſeine Macht über das Gemüth, das Alles haftet beſonders an der Liturgie.“„Ein anderes Mittel liegt darin, daß der Prediger ſuchen muß die häuslichen Andachts⸗ übungen, die ſo ſehr außer Brauch gekommen ſind, wieder einzuführen. Das Predigtwort in unſern Häuſern iſt zu ſehr verſtummt, Bibel und Geſangbuch ſind in zu vielen Häuſern abhanden gekommen, die häuslichen Privatandachten, bei denen eine religiöſe Betrachtung vorgeleſen, ein Abſchnitt der heil. Schrift durchſprochen, ein gemeinſames Gebet gehalten wurde, ſind meiſtens abgeſchafft, und bis jetzt nur wol in ſehr wenigen Familien wieder eingeführt worden. Je mehr ſie aber wieder eingeführt würden, worauf nicht genug hingearbeitet werden kann, deſto mehr würde ſich mit dem erhöhten religiöſen Leben auch eine erhöhte Sonntagsfeier wieder einſtellen. — Daß auch hier viel von unſerm Beiſpiel abhängt, und daß wir Alle es uns zum Geſetz machen ſollten, ſolche Privatandachten mit unſern Hausgenoſſen anzuſtellen, wird gewiß von Keinem in Abrede geſtellt.“— Ein drittes Mittel iſt die Privatſeelſorge.„Durch ſie werden wir,


