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„Wie Viele haben ſich in leiblicher Noth an ihn gewandt und ind zwmahm hai aunfün worden! Wie Vielen war er nicht nur rin leheener dacd'erenig ſcrieh un den Lrube Freund und Berather n jede Ver eNenyen 3 ſetzlichen Verluſt erlitten und vor Allen des Abgeſchiedenen:„Unſer ganzes Land hat einen Unerſetz ialler Unerforſchlichken „. 3 ſtanden, und nur der Aufblick zu dem, der bei aller ner orſ ei diejenigen, die ihm näher ſtant ie Liebe iſt, kann uns einigermaßen beruhigen.— Ich ſeiner Wege doch die Weisheit und die Lie iſt, tg icht wieder jinden werde habe an ihm eine Hülfe und Stütze verloren, die ich in dem Maße ni 6e den ſun. Er war der uneigennütigſte und gewiſſenhafteſte Menſch, den ich gekannt ha e. Aber ſo ſehr wir ihn auch entbehren, ſo muͤſſen wir ihm doch das Licht und den Frieden gonnen, wozu 9. eingegangen iſt, und wovon wir hieniden bei allem Streben darnach doch ſo fern bleiben. Und Prorector Hahn ſprach am Schluß ſeiner Gymnaſialrede:„Wollte Gott, daß auch unſere Schule ihre pädagogiſche Aufgabe würdig erfüllte! Dann wäre ſie vielleicht auch ferner ſo glücklich, eben ſo biedere, ſo gütige und ſo anſpruchsloſe, ſo ſtrebſame und hochgebildete, ſo gewiſſen⸗ hafte und uneigennutzige, ſo chriſtlich denkende und fuͤr alles Große und Edle begeiſterte Männer zu erziehen, wie der war, den die Schule mit Stolz noch kürzlich zu ihren obern Vorgeſetzten zählte, der aber nun heim gegangen iſt, deſſen Todesbotſchaft eben um ſeines unermüdeten Wirkens willen eine ſeltene Trauer bei den Patrioten unſeres Landes verbreitete und der noch lange ſchmerzlich vermißt werden wird bei allen Berathungen uüber das Wohl von Schule und Kirche. Und R. Waldeck, einſt ein lieber Schüler des nun Verewigten, rief am Sylveſterabend von geweihter Stätte:„Abgeſehen von den blutenden Herzenswunden der Einzelnen, iſt nicht Ein Schmerz allen Guten unſeres Landes gemeinſam, die Klage um den Verluſt des Mannes, bei deſſen Tode wir mit David ſprachen: Wiſſet ihr nicht, daß auf dieſen Tag ein Großer in Israel gefallen iſt. Wir trauern um den Edlen, der wenn auch nur vorübergehend unſer Seelenhirt geweſen, der von unſern Kanzeln das Brod des Lebens gereicht hat und deſſen liebes, klares Ant⸗ litz wir auch ſpäter unter uns manchmal ſahen, wenn, er, ein demüthiger Hörer des göttlichen Wortes, ſeine Gebete mit den unſerigen vermiſchte. Der Mann ward uns entriſſen, welcher groß war durch die makelloſſe Reinheit ſeines Strebens und Willens, groß durch unermüdete, nie ſich verläugnende Treue im Berufe, groß durch aufopfernde Theilnahme an allen Werken chriſtlicher Erbarmung und Liebe, groß durch den Eliaseifer gegen alles Arge und Böſe, alles Gottloſe und Gemeine Und obwohl er uns ſchlechthin unentbehrlich ſchien, weil er mit eben ſo frommem als erleuchtetem Sinne das Beſte von Kirche und Schule unabläſſig zu för⸗ dern verſtand; ſo hat ihn Gott dennoch abgerufen, und fern von der Wiege ſeiner Kindheit ſteht ſein einſames Grab.“
Und dieſes iſt nicht etwa die Stimme einer Partei. Nein, Curtze hat die dankbare Anerken⸗ nung aller Meinungen des ganzen Landes, auch derer, die in der Glaubensrichtung von ihm abwichen. So ſchreibt Pfarrer Rocholl an den Bruder des Verſtorbenen:„Ach mit welchem Schmerze, mein verehrter Freund, empfing ich geſtern die entſetzliche Nachricht! O Herr, Gott, die Starken nimmſt du, die Krone von unſern Häupten— die Helden Israels fallen!— Neh⸗ inen Sie mich in die Gemeinſchaft Ihres Schmerzes auf; ich theile ihn ganz, ganz. Geſtern, vor Empfang der Todesnachricht, las ich Ihres unvergeßlichen Bruders Briefe an mich— ſelt⸗ ſam— aber ſo ſteht mir ſeine ganze liebevolle Nachſicht, ſein mildes Tragen der Gegenſätze—


