Aufsatz 
Carl Curtze : ein Lebensbild / von Carl Beck
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es die jetzige Zeit will, unſern wärmſten, aufrichtigſten Dank für Ihr bundes und rhiſhafhee Wirken in Ihrer bisherigen Gemeinde darzubringen. Bei Ihrem dendeien mte moralſß mit unverdroſſenem Eifer und raſtloſem Fleiße recht viel Gutes gewirkt. icit an in Leras cher und kirchlicher Hinſicht ſind Sie in unſerer Stadt ein treues Vorbild, ein biedeker 5 adfr geweſen, und manche heilſame Einrichtung haben wir Ihrem unermüdlichen Eifer zu ver an en, ſondern auch als Armen⸗Vater haben Sie manche Thräne geſtillt und ſich ſogar als Mitglied des hieſigen Schiedsgerichts die allgemeine Anerkennung, wenn es deren noch bedurſt hätte, erworben. Nehmen Sie daher für Alles, wertbeſter Herr Pfarrer, nochmals unſern beſten Dank und genehmigen Sie die Verſicherung unſerer Hochachtung und Ergebenheit..

Man hoffte, Curtze werde in Arolſen allein mit Conſiſtorialgeſchäften, fuͤr die er Hanz wie geſchaffen war, betraut durch die Freude an ſeinem durch die Seelſorge für eine Gemeinde theilten Wirken geſunden und allmählich erſtarken. Aber ſein eiſerner Fleiß ließ es nicht zu. Er gönnte ſich keine Raſt, wo er noch ſo viel zu ſchaffen ſah. Außerdem wollte er durch gründliches Studiren aller Erſcheinungen im Gebiete der Kirche und Schule ſich noch immer tüchtiger zu ſeinem Berufe machen; ſeine gedruckten und ungedruckten Schriften bekunden ſein raſtloſes Streben für Verbeſſerung der hierländiſchen Verhältniſſe. Auf den Wunſch der Lehrer durch das Vertrauen ſeiner Mitbürger zum Landſtand erwählt, entſchloß er ſich, obgleich er ſichaus dem politiſchen Treiben nichts machte und ihm derEntſchluß dazu ſchwer wurde, da erſeine ganze Kraft zu ſehr zerſplittere auf Zureden ſeiner Arolſer Freunde dazu, die Wahl anzunehmen.Du ſchreibſt mir, antwortet er am 30. September 1852,über meine Wahl zum Landſtand. Ich habe mit ſchwerem Herzen, Gott weiß es, die Wahl angenommen. Nach langem Schwanken hat die Ueberzeugung, daß es Pflicht für mich ſei, nicht abzuſagen, die Oberhand gewonnen. Ob ich nun aber etwas mehr wirken werde für Kirche und Schule, als wenn ich außerhalb geſtanden: das muß die Zukunft lehren. Es kommt auf die Herzen derer an, die mit rathen ſollen. Gott möge ſie lenken, daß ſie mir beiſtimmen in dem, was recht iſt, und was ich für gut halte zum Wohle des Landes. Sein Entſchuß war beſonders dadurch für Annahme ausgefallen, um das Zuſtandekommen des Schulgeſetzes zu beſchleunigen und den Pfarrern die Grundſteuer abzunehmen. Die raſtloſe Thätigkeit mußte ſeine ſchwache Körperconſtitution erſchöpfen, die übergroße geiſtige Anſtrengung ſeine Körperkraft aufzehren. Der Tod der innig geliebten Mutter(März 1854), an deren Krankenlager er eilte, ſchlug ſeinem fühlenden Herzen eine tiefe Wunde; aber es entſprach weder ſeinem männlichen Charakter, noch ſeinem tief religiöſen Gemüthe, ſich durch einen irdiſchen Verluſt, auch den ſchmerzlichſten, gänzlich knicken zu laſſen: ihm war ja der Tod ein Heimgang zum Vater. Im September 1854 beſuchte er den Kirchentag in Frankfurt und machte mit ſeiner Gattin vorher eine Rheinreiſe. Nachdem er nun auch mi Intereſſe den Verhandlungen des Kirchentages beigewohnt hatte, kehrten ſie zurück, und er war da, wie immer nach einer kürzeren oder längeren Abweſenheit, froh, wieder in die gewohnte Häuslichkeit zurückzukehren.

Bald nach der Reiſe begann er mit großem Eifer die Auswahl der Lieder zu einem neuen Geſang⸗ vuche und bendn paͤte alle Stunden, in denen er ſonſt wol zu leſen pflegte, zu dieſem Zweck. Beſch er ge eten wurde, nicht ſo anhaltend dabei zu ſitzen, ſo verſicherte er ſtets lächelnd, dieſe Beſchäftigung ſei ihm eine wahre Erholung. Man ſah auch, daß er mit wirklichem Vergnügen

nicht mehr ge