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Euttze fand in Mengeringhauſen den Boden nicht wie in Corbach:— eh Gaber auſee anerkannt und geliebt, dort mußte er ſich erſt Bahn bkechen⸗ dafne Anlagen nach den ihm in Mengeringhauſen als Prediger geſtanden, ein Mannuden— egen welchen Curtze bedeutendſten Kanzelrednern Deutſchlands an die Seite zu ſtellen iſt, u d nhekannte ſogleich an Rednergaben freilich zurücktrat. Auch war Curtze nicht der Mann, wauten Umga 3 tit dei der erſten Unterredung für ſich einnahm: man mußte erſt tängern ver nd en Umg 26 d ihm haben, ehe man ſeinen ganzen Werth erkannte. Aber ſo zurückhalten er gegen Andere war, ſo bedurfte er, der bisher mit Bruder, Schweſtern und Mutter in einem Hauſe gelebt hatte, doch wie nur irgend Jemand einer Seele, der er einen Theil ſeines innerſten Weſens darlegen, ſeine tiefſten Gefühle und Gedanken offenbaren könnte. Ein Glück für ihn war es daher, daß er in dem weiten, alterthümlichen Pfarrhauſe nicht allein ſtand, daß er an der Seite einer liebenden, ſorgſamen Gattin durchs Leben ging. Curtze hatte ſich naͤmlich wenige Wochen nach ſeiner Ueberſiedelung nach Mengeringhauſen am 28. December 1842 mit Wolradine Eichhorn, einer Tochter des Procurators Eichhorn in Corbach, verheirathet.„Es iſt mir“, ſchreibt er kurz vorher,„als wenn erſt jetzt mein eigentlichſtes Leben begönne, jetzt erſt daſſelbe ſeinen eigentlichen Haltpunkt erhalten habe. Gewiß iſt das Leben, das nur der Wiſſenſchaft, einem ſchönen Berufe gewidmet iſt, auch ein Leben, für den, der es zu faſſen vermag, ein höchſt belohnendes und beglückendes Leben. Einſeitig indeſſen bleibt der immer, der nur allein ihm ſich widmet, und ſeine Menſchlichkeit wird ſich, ſcheint's mir, nie in der höchſten Blüthe, die ſie doch treiben ſoll, entfalten, der nicht von der Liebe eines geliebten Weſens beglückt durchs Leben geht.“
Curtze's Leben in Mengeringhauſen verfloß in aller Einfachheit und ſtillen Gemüthlichkeit des Hauſes, nur ſelten durch eine kleine Reiſe, z. B. einer Badereiſe nach Pyrmont, unter⸗ brochen, und durch den Umgang mit ſeinem Freunde, dem Advocaten Fr. Weigel gewürzt. Die mannigfachen Conſiſtorialgeſchäfte nahmen bei ſeinem raſtloſen Streben und der Gründlichkeit ſeiner Arbeiten ſeine volle Kraft in Anſpruch. Außer den laufenden Geſchäften richtete er zunächſt ſeinen Augenmerk vorzugsweiſe auf das Volksſchulweſen, weshalb er denn auch ſeit 1844„den Prüfungen der Schulamts⸗Candidaten als Deputatus Consistorii“ beizuwohnen hatte und beim Erſcheinen der neuen Schulordnung am 16. Mai 1846„mit der Oberaufſicht über das geſammte Schulweſen in beiden Fürſtenthümern beauftragt“, ſo wie„in Anerkennung ſeiner beſonders in den Schulangelegenheiten bewährten Leiſtungen“ von Ihro Durchlaucht der Fürſtin Regentin am 4. December 1846 zum„Conſiſtorialrath gnädigſt ernannt“ wurde. Er hatte„mit freudigem Muthe und friſcher Begeiſterung, hoffend und vertrauend auf die Hülfe des Herrn“ ſein doppeltes Amt als Prediger und Seelſorger in Mengeringhauſen und als Mitglied der oberſten Schul⸗ und Kirchenbehörde des Landes begonnen und es mit unermüdlichem Eifer und beiſpielloſem Fleiße verſehn. Bald aber— doch laſſen wir ihn ſelbſt ſprechen—„ſah ich, daß ich fuͤr meine ſchwachen Kräfte wol zu Schweres ͤbernommen— denn immer größer wurden die An⸗ forderungen der Zeit, immer lauter die Mahnungen des Vorwärts. Da habe ich denn gearbeitet und geſchaffen, ſo viel ich vermochte, aber es wurde mir immer klarer, daß mein Körper am Ende unterliegen, meine Kraft gebrochen werde, und ich ſo nichts wirken könne. Da hielt ich's ue nntee eerofn nn dühe hoh meiner Oberbehörde zu ſagen, und erklärte, ich könne und
entweder das als Migglied der oberſten Schul⸗ und Kirchen⸗


