10 Louis hatte als Conrector gemeinſam mit dem Prorector das Diakonat zu urſorgen vunc dieſem abwechſelnd zu predigen. Carl üͤbernahm gemeinſchaftlich mit ihm die pfarramtlichen Wa 2 As, Uet als dem Bruder. 1836 verlautete, der Geſchäfte, die ſeinem ganzen Weſen mehr zuſagten, dertedigt. Car Euktze Mengeringhäuſer Pfarrer würde verſetzt. 1837 war Landau durch den Tod erle 19, G Enxtz richtete an das Conſiſtorium die Bitte, ihm„dieſe Pfarrſtelle verleihen zu wollen. Ein länger angeſtellter Dorfpfarrer erhielt die einträgliche Pfrunde. Durch dieſe Snichn ſeinen Hoffnungen verlor Curtze, welcher inzwiſchen auf die Herausgabe ſeiner Schrift: Me Va et ingenio C. S. Schurzfleischii“ von der Georgia Augusta zum Doctor der Philoſophie creirt war, ſeine Begeiſterung für den hohen Beruf eines Seelſorgers nicht. Er übernahm, da bei der Beförderung des Kirchenraths Weigel zum Rector des Gymnaſtums 1837 die neu⸗ ſtädter Pfarre auf Wunſch der Stadt zum Beſten des Baufonds für die altſtädtiſche St. Kilianskirche auf zwei Jahre unbeſetzt geblieben war, mit ſeinem Bruder und dem damaligen Collaborator Hahn, die Nachmittagspredigt. Allerdings wurde für die Nachmittagspredigt ein Thaler vergütet, aber der Ertrag— etwas über 80 Thaler— wurde als Capital zur Aus⸗ ſchmückung der St. Kilianskirche beſtimmt.“ Allein für immer— das fühlte er— waren ſeine Kräfte doppelter Anſtrengung nicht gewachſen. Als daher der Zeitraum abgelaufen, füͤr den er ſeine Hülfe zugeſagt hatte, und dem Geſuche des Stadtmagiſtrats gemäß die Vacanz um weitere 2 Jahre verlängert war, während man die Ernennung des Prorectors zum neuſtädtiſchen Pfarrer und demzufolge das Emporrücken der untern Gymnaſiallehrer erwartete; ſah er ſich außer Stande, noch weiter den Nachmittagsgottesdienſt zu beſorgen. Denn ſchon das Diakonat, das er mit⸗ beſorgte, nahm neben dem eigentlichen Lehramt recht in Anſpruch, weßhalb denn auch ſein Bruder, der Conrector und der Prorector, um Abnahme des Diakonats im Intereſſe der Schule — damals vergeblich— petitionirten. In Bezug hierauf ſchreibt er ſelbſt 1841 an Gabert: „Ich muß ſagen, es wäre mir doch unerträglich, ſo eine Zwittergeſtalt ſein zu ſollen, weder ganz und gar, wie ich es möchte und hier ſo nöthig thäte, Prediger, noch auch Gymnaſiallehrer“, und im Januar 1842:„Das Memoriren der Predigt, das ich doch nicht aufgeben möchte, nimmt mir noch viel Zeit und Kraft in Anſpruch. Wollte ich das laſſen, was ich aber der Gemeinde wegen nicht darf, ich würde gern dafür einige Unterrichtsſtunden ertheilen.“
Endlich kamen für ihn beſſere Zeiten, es ging in Erfüllung, was er kaum noch gehofft hatte. Die Bürgerſchaft Corbachs hatte eine Deputation an den Fuürſten geſchickt und ihn zum Pfarrherrn erbeten. Am 17. März 1842 wurde er für„die ſeit einigen Jahren vacant geweſene Pfarrſtelle bei der Neuſtädter Kirche in Corbach“ vocirt und bald darauf„zum Mitgliede der Schuldirection in Corbach“ ernannt. Es war ein ergreifender Gottesdienſt am Sonntage Miseri- cordias Domini, wo der Mann, der das Vertrauen Aller beſaß, Carl Curtze, die Kanzel beſtieg und nach 1. Timotheus 4, 12 auseinander ſetzte,„was der evangeliſch⸗chriſtliche Prediger ſeiner Gemeinde ſein ſoll“, und Conſiſtorialrath Gabert ihn, ſeinen vertrauten Freund, den in dichtem Gedränge verſammelten Gemeinden Corbachs als ihren Pfarrer und Seelſorger vorſtellte. Ein ſchöͤnes Band umſchlang bald Paſtor und Gemeinde. Curtze trat in jedes Haus ein, in jeder Familie erſchien er willkommen, dem Geringſten und Aermſten war er ein Vater voll Troſtes
* Wenn das bei der Sparcaſſe zu Corbach an i en n. ant— gelegte Capital zu der Summe von 200 rn. angewachſen ſein wird, dann ſollen die jedesmaligen Jahreszinſen dem Zwecke entſprechend zur dhürnungfnachle


