Aufsatz 
Ein Ferienaufenthalt in Oxford
Entstehung
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die selbst für den Eintritt in die zweitletzte Klasse des Lehrerinnenseminars gestellt werden, so liegt ein zwingender Grund zur Beteiligung an diesem mathematischen Unterricht und deshalb auch ein zwingender Grund zum frühzeitigen Verlassen der höheren Mädchen- schule nicht vor,

H) Jahresbericht.

1. Das Schuljahr begann am 1. Mai 1905 und endigt am 4. April 1906.

2. Personalnachrichten. Mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern, Abt. für Schulangelegenheiten und im Einverständnis mit dem bischöflichen Ordinariat über- nahm mit Wirkung vom 1. Mai an der Benefiziumsverwalter Herr Peter Rosskopf den kathol. Religionsunterricht, den Herr Pfarrer Klein seit Bestehen der Schule erteilt hatte. Es ist eine gern erfüllte Ehrenpflicht, auch an dieser Stelle Herrn Pfarrer Klein den heralichsten Dank auszusprechen für die segensreiche und aufopfernde Tätigkeit, die er Jahrzehnte lang der Schule gewidmet hat.

3. Besichtigungen und Prüfungen. Am 20. September wohnte Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei. Am 8. September wurde unter dem Vorsitz des zum Regierungskommissar ernannten unterzeichneten Direktors eino ausserordentliche Abschlussprüfung für IIb abgehalten.

Die schriftliche Abschlussprüfung der IIb fand Anfang Februar, die mündliche unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Oberschulrat Nodnagel am 16. März statt. Von 17 Schülern, die sich gemeldet hatten, bestanden 16 die Prüfung und erhielten das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst. 6 wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

Da das Schuljahr erst am 4. April schliesst, wurden die Abiturienten alsbald nach bestandener Abgangsprüfung entlassen, um ihnen den rechtzeitigen Eintritt in den neuen Beruf zu ermöglichen. Eine öffentliche Entlassungsfeier muss deshalb auch für dieses Jahr unterbleiben.

4. Schulfestlichkeiten. Der 9. Mai war der Erinnerung an den 100 jäbrigen Todestag Schillers gewidmet. Zur stimmungsvollen Feier waren Lehrer und Schüler vereint. Herr Oberlehrer Dr. Reuss hielt die Festrede.

Der Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurden gleichfalls festlich begangen. Den Geburtstag des Grossherzogs feierte die Schule im engeren Kreise, Herr Oberlehrer Luley schilderte in seiner Festrede unseren Schülern, denen heute die Räume des früheren Dominikanerklosters als Schule dienen, die Schicksale dieses Dominikanerklosters und seiner Insassen von der Gründung des Klosters bis zur Neuzeit. Zu der Feier von Kaisers Geburtstag hatten wir die Eltern der Schüler und Freunde der Schule eingeladen Zu unserer lebhaften Freude war der vergrösserte Festsaal bis auf den letzten blatz gefällt, so dass der unterzeichnete Direktor in seiner Begrüssungsansprache auch für die zukünftigen Jahre eine solche allgemeine Kaiserfeier in Aussicht stellen konnte, zugleich als Ersatz für die seither übliche öffentliche Entlassungsfeier. Das Programm unserer diesjährigen Kaiserfeier führte in Gesang und Dekla- mation, in heiterer und ernster Worm, die Zuhörer durch die Zeiten des grossen Friedrich und die Jahre 1813 und 1870 bis zur Gegenwart, auch die Festrede des Direktors suchte die Freude an dem neugeschaffenen Reiche und an seiner gegenwärtigen Stellung im Rate der Völker zu wecken und zu fördern durch Rückblick auf die stolzen Epochen unserer Geschichte und durch Hinweis in die zukünftigen grossen Aufgaben des Reiches. Eine für die Kaiserfeier von Herrn Reallehrer Dotter eingeübte, exakt und mit Lust und Liebe von den Schülern vorgetragene Kindersymphonie fand reichen Beifall.