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jourd'hui comme oncques(iemals= immerdar) Chastellain, Chron. Chap. 260. Die Wörter onc, onques und oneques wurden ſpäter gänzlich aus der Sprache verdrängt; es trat für ſie das Wort jamais ein, welches ſowohl mit dem Präteritum als mit dem Futurum gebraucht wurde..
Sowohl onques als jamais, nebſt den beiden Wörtern, aus denen es gebildet iſt, ja und mais, bedeuten in Verbindung mit ne: niemals. Et aussi acheva il de celebrer sa messe, et on ques puis ne chanta et mourust. Joinv. I. 142;= und alſo feierte er ſeine Meſſe bis zu Ende und ſang nachher niemals wieder und ſtarb. Et vous promets que on ques si bel omme(homme) armé ne veis(vis); Joinv. I, 102. IIs estoient comblez de richesses et en grand repos, ce qu'ils ne furent oncques puis. Comines. I. 3= was ſie ſpäterhin niemals waren. Gallus Vibius banda(= appliqua) si bien son ame à comprendre l'essence et les mouvements de la folie, qu'il emporta son jugement hors de son siege, si qu'one- ques puis, il ne l'y peut(put) remettre. Mont. 1, 20. Beiſpiele für den Gebrauch von jamais in der Bedeutung jemals: qui aussi bien servit le Roy en cette année, que ja- mais subject(sujet) servit Roy de France en son besoin. Comines I. 3. Je ne suis pas fäché de cette aventure, et ce m'est un avis de tenir l'oeil plus que jamais sur toutes ses actions. Mol. Avare II, 3. Et quel temps fut jamais si fertile en oracles? Rac. Ath. I, 1. Si jamais vous avez besoin de lui, je vous réponds de sa bienveillance. Scribe et Delav. Le Diplomate III, 12. Hierher gehören noch die Ausdrücke à jamais, immer, für immer; adieu à(pour) jamais, und der familiäre Ausdruck, in welchem jamais ſubſtan⸗ tiviſch ſteht, Atout jamais, in alle Ewigkeit. Acad.
Für ne— jamais, niemals: Sa physionomie est d'une austérité que n'a jamais égayée un sourire. Nodier. Jamais protection ne sera arrivée plus à propos. Scribe et Delav. Le Dipl. I, 1. Ohne ne hat jamais in verkürzten Sätzen, ebenſo wie die bereits be⸗ ſprochenen Wörter, negative Bedeutung; denn in verkürzten Sätzen fehlt das ne, weil das Verb fehlt, von welchem es getragen wird; D'un trait méchant se montra-t-il capable? Avec orgueil vous répondrez: Jamais. Bér. Mais je vous verrai encore, n'est-il pas vrai?— Non, plus jamais. Scribe, Avant I, 12.
III. Die Häufung der Verneinungen.
Die franzöſiſche Sprache reichte, wie im Anfange unſerer Darſtellung nachgewieſen iſt, in der alten Zeit mit der einfachen Verneinung ne aus; Reſte dieſes Gebrauchs ſind in der heutigen Sprache noch vorhanden. Schon früh wurde es üblich, dieſes ne durch eine Anzahl von Wörtern zu verſtärken, unter welchen pas und point die Oberhand bekamen. Bei der großen Freiheit der Bewegung, welche die altfranzöſiſche Sprache, im Gegenſatze zu ihrer ſpätern Beſchränkung genoß, war es jedoch geſtattet, in vielen Fällen nach Belieben das einfache ne zu gebrauchen, was nicht auffallen darf, da die verſtärkenden Füllwörter durch die häufige Verwendung ihre Kraft verlieren mußten. Neben dieſer ſparſamen Art der Verneinung ſteht ein verſchwenderiſcher Ge⸗ brauch derſelben, mit deſſen Nachweiſung wir dieſe Abhandlung ſchließen wollen. Es findet ſich in der alten Sprache eine dreifache, eine vierfache Verneinung, wenn man von dem Grundbegriffe der Wörter ausgeht: Nul ne se doibt(doit) point louer ou blasmer(blamer). Gestoit


