Aufsatz 
Canticum chori Aiacis Sophocleae vers. 596-645
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28 35

volle Beförderung erfreut ſind, ſo ſehen wir doch den Herrn Dr. Iltgen nur höchſt ungern von uns ſcheiden: das Gymnaſium verliert an ihm einen Lehrer, der ſich ebenſo ſehr durch ſein ge⸗ diegenes Wiſſen, ſeine tüchtige Lehrgabe und ſeinen raſtloſen Eifer im Schulleben, wie durch ſein heiteres und gemütvolles Weſen im collegialiſchen Verkehr auszeichnete. Uuſere beſten Segenswünſche begleiten ihn in ſeinen neuen Wirkungskreis im fernen Oſten unſeres Vaterlandes.

Ein zweiter Verluſt droht unſerm Gymnaſium, indem Herr Oberlehrer Dr. Neuß von dem Collegium der Stadtverordneten in Aachen zum Direktor des dortigen Realgymnaſiums gewählt iſt. Da indeß bis zur Stunde die Königliche Beſtätigung noch nicht eingetroffen iſt, ſo kann erſt in dem nächſten Programm Näheres berichtet werden.

Der cand. prob. Herr W. Knögel, welcher Anfangs December 1881 ſein Probejahr beendete, wurde vom Curatorium zum etatsmäßigen Hülfslehrer gewählt und erhielt am 31. März 1882 die Beſtätigung des Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums. Herbſt 1881 trat Herr A. Isbert als Probecandidat in die Anſtalt ein, die er nach Abſolvirung des Probejahrs verließ, um in Metz eine Stellung an einer neu gegründeten höhern Lehranſtalt zu übernehmen. Durch Verfügung des Kgl. Prov. Schulcoll. vom 18. Juli 1882 wurde der Candidat des höheren Schulamts, Herr C. Meiſter dem Gymnaſium als cand. prob. überwieſen.

Die durch den Abgang des Oberlehrers Dr. Iltgen entſtandene Lücke ſoll mit Ge⸗ nehmigung des Herrn Miniſters dadurch ausgefüllt werden, daß die hieſigen Lehrer vom 3. Ober⸗ lehrer an in die nächſt höhere Stelle aufrücken.

Bei Gelegenheit der Feier der ſilbernen Hochzeit Sr. Kaiſerl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen und ſeiner erlauchten Gemahlin wohnte das Gymnaſium einem feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche bei, an deſſen Schluß ein Te deum geſungen wurde.

Gemäß höherer Verfügung wurde in dieſem Jahre die Feier des Geburtstages Sr. Maje⸗ ſtät des Kaiſers und Königs auf den 17. März verlegt und in herkömmlicher Weiſe auf dem Rathauſe mit Geſang und Deklamationen begangen. Die Feſtrede hielt Herr Gymnaſiallehrer Blömer.

Zum Schluß noch eine Bemerkung: Das hieſige Kaiſer Wilhelms Gymnaſium iſt unter den Gymnaſien des preuß. Staates vielleicht das einzige, welches auch nicht über die kleinſte wohl⸗ thätige Stiftung zur Unterſtützung braver und talentvoller, aber armer Schüler verfügt. Andere Anſtalten haben mehr oder weniger reiche Fonds zu dieſem Zwecke und ſind ſo glücklich von Zeit zu Zeit neue Stiſtungen zu erhalten. Ich kann an dieſer Stelle den Wunſch nicht unterdrücken, daß auch für unſere ärmeren Schüler ſich bald edle Wohlthäter finden mögen, die dieſem, gerade im Weſterwalde ſehr empfindlichen Mangel, abzuhelfen ſich entſchließen. Wer der erſte iſt, hat den ſchönſten Ruhm davon; iſt einmal ein Anfang gemacht, ſo läßt ſich hoffen, daß andere dem ſchönen Beiſpiel folgen werden.