Aufsatz 
Die Weihe des Kynikers Maximus zum Bischof von Konstantinopel in ihrer Veranlassung dargestellt / von Konrad Lübeck
Entstehung
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Die Weihe des Kynikers Maximus zum Bischofe von Konstantinopel

in ihrer Veranlassung dargestellt

von

Dr. Konrad Lübeck, Oberlehrer.

Auf die Bitten der orthodoxen Gemeinde und mehrerer für sie besorgter Bischöfe war Gregor von Nazianz im Jahre 379 ¹) nach Konstantinopel gekommen, um dort die kirchliche Leitung zu übernehmen und dem in der Verfolgung des Kaisers Valens niedergetretenen nicäni- schen Glauben wieder aufzuhelfen. ²) Nicht als eigentlicher und rechtmäßiger Bischof sollte er der orthodoxen Gemeinde vorstehen. ³²) Er sollte nur bis zu einer auktoritativen Besetzung des schon lange erledigten Bischofsstuhles die kirchlichen Verhältnisse ordnen und ihnen mit der vielgerühmten Kraft seines Wortes neues geistiges Leben einhauchen.

Die Taätigkeit Gregors in Konstantinopel zeitigte bald die herrlichsten Früchte. Seine glänzenden Predigten mehrten die Zahl der nicänischen Bekenner, sie hoben und festigten das religiöse Leben der Gemeinde und brachten dieselbe zu einem Ansehen, welches den scheel- süchtigen Neid und den glühendsten Haß ihrer Gegner entfachte. Zu Gregors Schaden war diese tiefgehende Erregung der Arianer nicht. Denn je mehr sie wuchs und sich selbst in tätlichen Angriffen auf ihn und sein Gotteshaus, die kleine Kapelle Anastasia, äußerte, umsomehr steigerte sich die Liebe und das Vertrauen seiner Anhänger, erhöhte sich die Zahl seiner Freunde in der oströmischen Kapitale.)

¹) G. Rauschen, Jahrbücher der christl. Kirche unter dem Kaiser Theodosius d. Gr.(Freiburg 1897) S. 51 Anm. 1.

¹) Vgl. C. Ullmann, Gregorius v. Nazianz(2. Aufl. Gotha 1867) S. 113 fl. A. Benoit, St. Grégoire de Nazianze(2 ieme éd. Paris 1884) II 9 ss.

³) Mit Rücksicht auf can. 15 Nic.(Hefele, Conciliengeschichte I* 418 f.).

*) Ullmann a. a. O. S. 120 134. Benoit J. c. II:² 21 82.