4. Turnen. Cl. VI. u. V. 2 Std. Gliederübungen auf und von der Stelle, ſowie leichte Ordnungsübungen. Uebungen am Klettergerüſt, im Springen und vorbereitende Uebungen am Barren und Reck. Turnſpiele. Cl. IV., III. u. II. Die wichtigeren Gliederübungen auf und von der Stelle; reigenartige(takto⸗ 2 Std. gymnaſtiſche) Ordnungsübungen. Uebungen am Reck, Barren, Klettergerüſt und im Springen. Roth. C. Disciplin.
Das Betragen der Schüler war im Allgemeinen befriedigend. Doch glaube ich an dieſer Stelle auf einige Verſtöße gegen die Disciplin aufmerkſam machen zu müſſen, die ſchon oft getadelt und beſtraft worden ſind, zu deren Beſeitigung wir jedoch der kräftigſten Unterſtützung der Eltern unſerer Schüler bedürfen.
Zunächſt;rwähne ich die ziemlich häufige Uebertretung jenes Paragraphen unſerer Schulge⸗ ſetze, wonach die Schüler für jede nicht durch Krankheit verurſachte Schulverſäumniß vorher die Erlaubniß des Ordinarius reſp. Rectors einzuholen haben. Einſichtsvolle Eltern werden leicht den Zweck dieſer Anordnung erkennen. Es handelt ſich nämlich darum, Verſäumniſſe aus nichtsſagenden Gründen, wie z. B. eines Vergnügens wegen, zu verhüten. Frühe ſchon muß der Jugend die Pflicht als unabänderliche Norm ihres Handelns vor Augen geführt werden.
Sodann möchte ich die Eltern dringend erſuchen, ihre Kinder nicht zu frühe aus dem Hauſe zur Schule zu entlaſſen, da erſt in den letzten 10 Minuten vor Beginn des Unterrichts die Klaſſen⸗ zimmer betreten werden dürfen. Nur bei ſtrenger Durchführung dieſer Maßregel iſt es möglich, die erforderliche Aufſicht zu führen und Ordnung zu halten. Nun aber laufen bisweilen Klagen ein, daß ſich Schüler lange vor der geſetzlichen Zeit lärmend in der Nähe des Schullokals umhertreiben und dadurch die Anwohner beläſtigen. Es iſt wohl überflüſſig, zu bemerken, daß nicht immer der Eifer für den Unterricht dieſe Schüler ſo zeitig von zu Hauſe forttreibt.
Auch kann den Eltern nicht genug empfohlen werden, ſorgfältig darüber zu wachen, daß die Schüler ihre Arbeiten ſelbſtändig und ohne jede Beihülfe anfertigen. Wo das nicht geſchieht, wird die Schule getäuſcht und nicht nur der Erfolg des Unterrichts in Frage geſtellt, ſondern auch ein nachtheiliger Einfluß auf den Charakter des Schülers ausgeübt.
d. Bhyſiſches Wohl.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war nicht ganz befriedigend. Epidemiſche Krankheiten find zwar nicht vorgekommen, aber deſto häufiger Fälle leichter Unpäßlichkeiten, welche die Schüler vom Beſuche der Schule abhielten.
Innerhalb des Lehrercollegiums trat nur eine bedauerliche Unterbrechung der beruflichen Thätigkeit ein. Herr Meyer ſah ſich vom 24. Auguſt bis 5. September durch ein gaſtriſches Lei⸗ den an der Ertheilung ſeines Unterrichts verhindert. Die Stunden desſelben wurden während dieſer Zeit von dem Rector und den übrigen Lehrern nach Möglichkeit verſehen.


