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zu laſſen; arme Väter ſcheuen oft weder Mühen, noch Entbehrungen, um ihre Söhne tüchtigen und kenntnißreichen Lehrern anvertrauen zu können. Nicht minder wahr iſt es, daß eine ſorgſame, nach den Regeln der Pſychologie ertheilte Erziehung in den meiſten Fällen die Erwartungen und Wünſche der Eltern befriedigen und das zeitliche und ewige Wohlergehen ihrer Kinder, ſoweit es an die⸗ ſen ſelbſt liegt, ſichern kann.
Eingedenk der Verantwortung, welche der Pädagoge für die ſeiner Leitung anvertrauten Seelen übernimmt, wird er es als ſeine Pflicht erachten müſſen, die pſychologiſchen Regeln, welche die heil⸗ ſame Erziehung ſeiner Pfleglinge bedingen, durch reifliches Nachdenken immer klarer zu entwickeln und ſeine Wirkſamkeit mit Sorgfalt nach denſelben einzurichten. Zwar weiß er, daß eine Erziehung nach den Forderungen der Seelenlehre nicht leicht zu ertheilen iſt und dem redlichen Pädagogen eine fortwährende Anſtrengung auferlegt. Aber ihn, den pflichtgetreuen Lehrer, welcher als wahrer Freund der Jugend, voll Eifer für das Wohl ſeiner Zöglinge, ſich bemüht, dieſe ſchwere Aufgabe zu löſen und ſtatt gedankenlos und mechaniſch ſeines Amtes zu warten, emſig beſtrebt iſt, ſtets den beſten und für die Ausbildung ſeiner Schüler erſprießlichſten Weg einzuſchlagen, werden auch keine zeitlichen Güter für ſeine Aufopferung hinlänglich entſchädigen. Aber hundertfach belohnen ihn die ſegensreichen Früchte ſeiner Arbeiten und das dankbare Angedenken, welches er ſich bei ſeinen früheren Zöglingen und in weiteren Kreiſen erwirbt.—
Geiſenheim am Rhein, im Februar 1875.
Dr. J. Ludorff.


