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lificierten über den Nutzen des Abendmahls; ebenſo finden ſich in ihr auch ſämmtliche neuere Fragſtücke, welche dem darmſtädter Katechismus noch weiter beigefügt ſind, mit Ausnahme der in unſrer Ueberſicht unter Nr. 11. aufgeführten, auf welche wir noch zurückkommen. Im Ganzen ſtehen alſo von den 33 ältern und neuern Fragſtücken des darmſtädter Katechismus nicht weniger als 28 bereits in dieſer Epitome. Es kann alſo kein Zweifel ſein, nach welchem Vorbild unſer Katechismus bearbeitet worden iſt.
Dietrich hatte übrigens ſeine beiden Werke nur lateiniſch geſchrieben. Die erſte Ueberſetzung ins Deutſche fertigte Pfarrer Seltzer aus Münſter an; die der Inſti⸗ tutionen erſchien 1618, die der Epitome 1619, letztere unter dem Titel:
„Kurzer Auszug der Katechismus⸗Unterweiſung, ſo der Ehrwürdige und Hochgelahrte Herr Conradus Dietrich, der H. Schrift Doctor und der Ulmiſchen Kirchen Pfarrherrn und Superintendens, dabevor in La⸗ teiniſcher Sprach publicieret. Nunmehr in die Teutſche verſetzet, durch M. Ludovicum Seltzerum, Giessens., Pfarrherrn zu Münſter vor der Höhe. Giessae 1619.“
Die neuern Fragſtücke unſeres Katechismus ſtimmen wörtlich mit dieſer Ueberſetzung überein; unſer Katechismus kann alſo nicht vor 1619 entſtanden ſein— ein weiterer Umſtand, welcher es wenigſtens ſehr wahrſcheinlich macht, daß die Ausgabe von 1625 die erſte und älteſte iſt.
Conrad Dietrich iſt jedoch nicht ſelbſt der Bearbeiter unſers Katechismus ge⸗ weſen, wie Vilmar¹) meint. Es war dies ſchon um deswillen nicht möglich, weil er damals bereits längſt Superintendent in Ulm war und auf die kirchlichen Verhältniſſe Heſſens nicht mehr den mindeſten Einfluß übte, wohl auch nicht üben konnte. Manche pädagogiſche Mißſtände, welche in unſerm Katechismus unleugbar vorhanden ſind, wären bei ſeiner Mitwirkung wohl vermieden worden. Es ſcheint, daß die damalige Kirchen⸗ behörde in Uebereinſtimmung mit dem Landgrafen die leitenden Grundſätze aufgeſtellt und darnach den Katechismus entweder ſelbſt bearbeitet hat, oder hat bearbeiten laſſen.
Nachdem wir über die Entſtehungszeit, die Veranlaſſung, die Quelle des darm— ſtädter Katechismus das Nöthige beigebracht haben, bleibt uns noch die Betrachtung ſeiner Zuſammenſetzung und ſeines Inhaltes übrig, aus welcher ſich auf Zweck und Bedeutung desſelben wird ſchließen laſſen.
Der darmſtädter Katechismus enthält, wie die Ueberſicht zeigt:
1) den kleinen lutheriſchen Katechismus nebſt dem Lehrſtück von der Beichte vollſtändig;
2) ſämmtliche altheſſiſche Fragſtücke(die beiden Fragen nach den Einſetzungs⸗ worten der Taufe und des Abendmahls ſind in den lutheriſchen Fragſtücken: „Welches iſt denn ſolch Wort Gottes?“ und:„Wo ſtehet das geſchrieben?“ enthalten);
3) aus einer größeren Reihe neuer Fragſtücke.
Der lutheriſche Katechismus bildet, im Gegenſatz zu den kaſſeler, dem eigent⸗
¹) Confeſſionsſtand S. 274.


