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Am meiſten Ruhm und Verdienſt erwarb ſich Dietrich durch ſeine catechetiſchen Werke, die im ganzen 17. und theilweiſe noch im 18. Jahrhundert in dem höchſten An⸗ ſehen ſtanden und faſt überall in Deutſchland gebraucht wurden. Es ſind deren zwei, beide lateiniſch geſchrieben, nämlich: 1) Institutiones catecheticae, e B. Lutheri Catechesi depromptae et variis notis illustratae a Cunrado Dieterici. Giessae 1613. 2) Epitome Praeceptorum Catecheticorum in usum Classicorum inferiorum ex Institutionibus Ca- techeticis collecta a Cunrado Dieterico, Practicae Philosophiae Professore et Paeda- gogiarcha. Giessae, typis Casparis Chemlini 1614. Welche Verbreitung das erſtere, größere und gelehrte Werk in ganz Deutſchland gefunden hat, ergiebt ſich ſchon daraus, daß es unzählige Auflagen erlebte und an den verſchiedenſten Orten, theilweiſe wieder⸗ holt, gedruckt worden iſt, z. B. in Gießen, Marburg, Frankfurt, Ulm, Nürnberg, Leip⸗ zig, Jena, Rinteln, Lübeck, Wismar, Stralſund ꝛc. Noch 1742 wurde es in Frankfurt neu aufgelegt. In Leipzig erſchien es mit Anmerkungen von Chr. Chemnitz in vier Auflagen von 1677— 1722.— Die letzte, von dem Autor ſelbſt noch vermehrte und verbeſſerte Auflage erſchien nach ſeinem Tode 1640 zu Ulm, befürwortet von ſeinem Sohne, Dr. med. Johann Daniel Dietrich daſelbſt. Selbſt noch in jüngſter Zeit hat Profeſſor Dieckhoff in Roſtock eine neue Ausgabe dieſes Werkes ¹) veranſtaltet (Berlin 1864).— In der Vorrede bezieht ſich der Verfaſſer auf die Arbeiten von Brenz, Chyträus, Loſſius, Hunnius und beſonders des nürnberger Antiſtes Johs. Schröder.— Schon in dieſe„Inſtitutionen“ hat Dietrich wiederholt alt⸗ heſſiſche Fragſtücke aufgenommen, und zwar nicht blos die über den Nutzen der fünf Hauptſtücke, der Gebote, des Glaubens ꝛc., ſondern vor Allem auch die Definitionen von Sacrament, Taufe und Abendmahl, welche letztere durch ein„seu“ neben die luthe⸗ riſchen Definitionen geſtellt ſind. Darunter iſt jedesmal bemerkt, daß dieſe Antworten der heſſiſchen Agende entnommen ſind. Daraus geht auf das Beſtimmteſte hervor, daß Dietrich die Definitionen der Agende mit denen Luthers in voller Uebereinſtimmung fand.
Die zweite Schrift iſt ein Auszug aus der erſtern und erlebte allein in Gießen bis 1621 acht Auflagen. Um ſie handelt es ſich bei unſrer Frage vorzugsweiſe, da ſie die Quelle unſeres Katechismus iſt. In der Vorrede ſagt der Verfaſſer:„er habe dieſe Fragen über den Katechismus acht Jahre vorher(alſo von 1606 an) für ſeine Schüler zuſammengeſchrieben und ſeine Abſicht ſei geweſen„brevem quampiam epitomen ex Institutionibus editis decerpere et ad discentium captum accommodare“. Am Schluſſe des Werkes ſteht die Bemerkung:„Quaestiones asterisco* notatae ex Agendis Hassia- cis et quaestionibus Catecheticis Ecclesiarum nostrarum desumptae sunt.“ In dieſe Epitome ſind ſämmtliche altheſſiſche Fragſtücke aufgenommen, mit Ausnahme der drei erſten einleitenden Fragen und der bereits von uns als etwas bedenklich qua⸗
¹) Dieckhoff bezeichnet es in ſeiner Vorrede als„ein Werk, welches, gleichzeitig mit den erſten Bänden von Gerhards Locis erſchienen, das Reſultat der katechetiſchen Arbeit des Reformations⸗ jahrhunderts zuſammengefaßt und den bedeutendſten Einfluß auf die ſo reiche Katechismus⸗Literatur dieſer Zeit ausgeübt hat.“— Profeſſor Menzer feierte den Verfaſſer durch das Diſtichon; Doctor in hoc libro pietatis es arduus almae, Hinc verae laudis praemia larga feres.


