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nur dazu dienen, das Verhältniß zwiſchen beiden zu einem völlig unausſöhnbaren zu machen.
Ludwig's eigenthümliche Stellung war Urſache, daß ſein Land gleich die erſten Stürme des Krieges auszuhalten hatte. Im Jahre 1621 rückte Herzog Chriſtian von Braunſchweig ans Weſtfalen heran, um ſich mit dem Churfürſten Friedrich V. von der Pfalz zu vereinigen. Landgraf Ludwig weigerte den Durchzug. Alsfeld und Homberg an der Ohm giengen in Flammen auf, und Chriſtian rückte vor. Bei Großen⸗Buſeck trat ihm jedoch der bayeriſche General Graf von Anholt entgegen und nöthigte ihn zum Rückzug(20. Dezember).— Gleich im folgenden Jahre(23. Mai 1622 überfielen Peter Ernſt von Mansfeld und Churfürſt Friedrich von der Pfalz Darmſtadt mit einer anſehnlichen Heeresmacht und nahmen den Landgrafen nebſt ſeinem Sohn Johann gefangen. Doch gab Tilly's Sieg bei Höchſt(19. Juni) ihm ſeine Freiheit wieder.
Trotz all dieſer Drangſale verlor Ludwig die marburger Angelegenheit nicht aus dem Auge. Im Jahre 1621 übergab er nochmals eine Deductio causae principalis- bei dem Kaiſer, und in Folge davon wurde dem Landgrafen Moritz 1622 durch Decret des Reichshofrathes auferlegt, innerhalb ſechs Monaten ſeine Einwendungen bezüglich der darmſtädter Vertheidigungsſchrift einzubringen. Dies geſchah; doch wurden ſie ungenügend erfunden, und nachdem Landgraf Ludwig ſich ſchließlich noch zur Anerkennung des Teſta⸗ mentes verſtanden hatte, erfolgte am 1. April 1623 die Sententia Caesarea, durch welche Land⸗ graf Moritz ſeines Antheils an der marburger Erbſchaft für verluſtig erklärt und Land⸗ graf Ludwig in denſelben eingeſetzt wurde. Moritzens Appellation a Caesare male informato ad Caesarem melius et plenius informandum, die Intervention ſeiner Söhne zur Verhindrung der Execution, die Vermittlungs⸗ und Güteverſuche der niederheſſiſchen Stände bei Ludwig ec. halfen nichts. Die Execution des kaiſerlichen Urtheils wurde an Chur⸗Cöln und Chur⸗Sachſen übertragen(4. April). Doch bedurfte es noch mancher Mühen und Anſtrengungen von Seiten Ludwig's, ehe ſeine Immiſſion in das Ober⸗ fürſtenthum Heſſen erfolgte. Erſt im Jahre 1624 wurde durch die Chur⸗Cölniſchen die Execution vollzogen und Ludwig als rechtmäßiger Herrſcher eingeſetzt. Die Huldigung erfolgte alsbald.— Der erſte Act des Dramas war zu Ende, Darmſtadt hatte ge⸗ ſiegt;— der zweite begann, deſſen Schluß(1648) das gerade entgegengeſetzte Bild zeigen ſollte.
2) Die Vereinigung der Univerſität Gießen mit Marburg und der Katechismus.
Bei der Beſitzergreifung des bisher dem Landgrafen Moritz zugehörigen Theils der marburger Erbſchaft ergaben ſich alsbald neue Differenzen bezüglich der Univer⸗ ſität Marburg. Ludwig verlangte gärnzliche Wiederabtretung und Einräumung der⸗ ſelben; Moritz dagegen wollte ſich unter keiner Bedingung dazu verſtehen, auf die ſei⸗ nem Hauſe von Anfang an in Beziehung auf dieſelbe zuſtehenden Rechte zu verzichten. Ludwig wandte ſich an den Kaiſer, welcher, trotz aller Proteſtationen von Seiten des Landgrafen Moritz, zu Gunſten des Petenten entſchied.
Ludwig beſchloß darauf, die Univerſität Gießen mit der in Marburg zu vereini⸗
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