Aufsatz 
Die Anwendung der Photographie in der Astronomie
Entstehung
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vereinigt, deren optische Achsen genau parallel sind. Ein photographisches Objektiv von 13 Zoll Offnung entwirft ein Bild des Objektes auf die in einer Kassette am entgegengesetzten Ende des Rohres befindliche Trockenplatte; das zur Festhaltung des Objektes dienende Objektiv hat 9 Zoll Offnung.

Nachdem so der Wissenschaft ein vorzügliches Rüstzeug der Himmelsforschung in die fland gegeben war, vereinigten sich im Jahre 1887 auf Anregung des damaligen, inzwischen verstorbenen Direktors der Pariser Sternwarte, des Admirals Mouchez, auf einer in Paris zusammengetretenen internationalen Konferenz 18 Sternwarten zur photographischen Auf- nahme des ganzen Sternenhimmels. Es ist die Aufgabe, eine den ganzen flimmel umfassende Karte herzustellen, welche ein getreues Abbild des gegenwärtigen Fixsternhimmels liefern soll. Auf mehreren Kongressen wurden die Grundlagen festgestellt, welche die Gewähr geben, daß nach einem einheitlichen Plane gearbeitet wird. Der von jeder sich beteiligenden Sternwarte aufzunehmende Teil des Himmels wurde nach der Lage der betreffenden Warte genau bestimmt. Das zum Pointieren dienende Beobachtungs-Fernrohr hat 24 cm Offnung, während das für die blauen und violetten Strahlen achromatisierte photographische Objektiv 34 cm Offnung besitzt. Beide haben eine Brennweite von 343 cm. Für die zu verwendenden Trockenplatten(Bromsilber-Gelatine) wurde gleichfalls eine einheitliche Präparierung angestrebt. Jede Platte nimmt am flimmel einen Raum von vier Quadratgraden auf. Um der Störung zu begegnen, die sich durch Schrumpfung der Gelatineschicht beim Entwickeln oder nachher ergibt, Iphotographiert man zunächst auf die Platte ein vorher ausgemessenes gitterförmiges Netz, dessen wagerechte und senkrechte, höchstens 0,01 mm breiten Striche je 5 mm von einander abstehen. Da dieses Gitter erst mit der Sternaufnahme gleichzeitig entwickelt wird, so hat es alle Verzerrungen der Gelatine gemeinsam mit dieser zu erleiden, sodaß bei der Kusmessung der Platte die Verzerrungen der photographischen Schicht durch den Anschluß der Sterne an die nächsten Gitterstriche unschädlich gemacht werden können. Es wurde ferner festgestellt, daß jede Stelle am Himmel zweimal aufgenommen werden solle; einmal bei einer Belichtungsdauer von 15 Minuten, sodaß die Platte alle Sterne bis zur 14. Größe herab enthalten wird, und dann nochmals bei einer Belichtungsdauer von 1 Minute, sodaß diese Platte nur die Sterne bis zur 11. Größe darstellt. Allein die letztere Aufnahme soll ausgemessen und die aus ihr berechneten Sternpositionen zu dem photographischen Sternkatalog vereinigt werden. Danach würden etwa 1 Million Sterne auszumessen sein, während auf den Bonner Sternkarten infolge der zeitraubenden Beobachtungen am Meridiankreise die Orte von etwa nur 20 000 Sternen festgestellt sind. Auf diese Weise wird durch die gemeinsame Arbeit aller Kulturvölker ein Werk entstehen, welches nicht nur ein absolut sicheres Orientierungs- mittel am flimmel darbietet, sondern auch in alle Zukunft die Möglichkeit gewähren wird, auch die kleinste Anderung in der gegenseitigen Stellung der Gestirne genau zu verfolgen und so späteren Geschlechtern Aufschluß über die Gesetze zu geben, nach denen die flarmonie der ganzen Schöpfung erhalten bleibt.

Für die Erweiterung unserer Kenntnisse der Struktur der Sternhaufen wurde die fimmelsphotographie ebenfalls ganz wesentlich nutzbar gemacht. Nicht nur wurde, wie schon früher ausgeführt, durch die Anwendung der Photographie eine bedeutende Zeitersparnis bewirkt, sondern es wurde die Ausmessung der Sternhaufen selbst in solchen Fällen, und zwar mit ganz beträchtlicher Genauigkeit, ermöglicht, in denen wegen Dichtigkeit und großer Sternenfülle zur Auflösung sehr kräftige optische flilfsmittel angewandt werden müssen, und