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besten Instrumente zu wenig fſelligkeit besitzen, um auf der Netzhaut ein uns wahrnehmbares Bild entstehen zu lassen; richtet man aber den photographischen Apparat stundenlang auf dieses Objekt, so speichert man gewissermaßen die chemisch wirksamen Lichtreize jenes Objektes unausgesetzt auf und erhält schließlich die naturgetreue Abbildung desselben. So treten auf den photographischen Platten Objekte des Sternenhimmels in die Erscheinung, die in keinem Fernrohre der Welt sichtbar sind, also noch niemals von einem menschlichen Auge unmittel- bar gesehen worden sind und sich der Mehrheit nach wohl auch in alle Zukunft der direkten Beobachtung entziehen werden. Wo seither die besten, nach Beobachtung und Messung am Fernrohr angefertigten Stermkarten fast sternenleere Stellen aufweisen, da zaubert uns die Platte auf dieselben ein wunderbares Gewimmel kleiner und kleinster Sterne, zum Teil auf nebeligen Schleiern projiziert, welch letztere in Sternhaufen aufzulösen bisher weder mit den schärfsten Linsen noch mit den empfindlichsten Platten gelungen ist.
Doch noch einen zweiten großen Vorteil bietet die photographische Platte dem for- schenden Astronomen. Sie gibt nämlich die Stellung der Sterne zu einander absolut richtig wieder, so daß die Abmessungen der Distanzen auf den Platten mindestens ebenso gut aus- geführt werden können, wie mit klilfe der zuverlässigsten Mikrometer bei direkter Beobachtung. Diese Ausmessung der Platten kann aber bequem am Arbeitstisch bei Tage, ganz unabhängig von den Luftverhältnissen, bei stets gleichen Temperaturen u. dergl. ausgeführt werden. Hierdurch wird aber eine bedeutende Zeitersparnis herbeigeführt, da durch die Verlegung der Ausmessung in die Tageszeit die zu Aufnahmen günstigen Nachtstunden besser ausgenützt werden können.
Wie alle großen Errungenschaften der Wissenschaft fiel aber auch die heutige Himmels- photographie den Jüngern Uranias nicht als reife Frucht mühelos in den Schoß. Vielmehr hat eine ganze Reihe tüchtiger Gelehrten mehrerer Nationen jahrzehntelange, heiße Arbeit ihrer Ausbildung gewidmet. Sobald Daguerre gelernt hatte, auf Silberplatten, die in Jod- dämpfen geräuchert waren, positive Bilder herzustellen, machte er auch schon Versuche, das in der camera obscura entstehende Bild des Mondes nach diesem Verfahren zu fixieren. Das gewonnene Resultat erschien dem großen Arago so wichtig, daß er es nicht unterließ, in der französischen Akademie der Wissenschaften darauf hinzuweisen. Dabei sprach er die uns heute fast prophetisch erscheinenden Worte:„Die Platte, wie sie Herr Daguerre präpariert, ist gegen die Einwirkung des Lichtes empfindlicher als alles früher Bekannte. Bisher haben die Mondstrahlen, selbst wenn sie sich im Brennpunkte der größten Linse oder des größten Hohl- spiegels vereinigten, keinerlei nachweisbare physikalische Wirkung ausgeübt; aber die nach Daguerre’s Verfahren bereiteten Platten bleichen unter der Einwirkung dieser Strahlen und der nachfolgenden Operationen derart, daß die Hoffnung begründet erscheint, man werde einst photographische Karten unseres Satelliten herzustellen vermögen, d. h. man werde im Laufe weniger Minuten eine der langwierigsten, mühsamsten und schwierigsten Arbeiten in der Astronomie ausführen können.“
Die Ergebnisse Daguerre's und seiner ersten Nachfolger litten vor allem an dem Miß- stande, daß man die Platten mehrere Minuten exponieren mußte, wodurch man verwaschene Bilder erhielt, da man durch die Anwendung eines Uhrwerks wohl die während der Belicht- ungsdauer erfolgende scheinbare tägliche und die dieser entgegengesetzte Eigenbewegung des Mondes zu kompensieren vermochte, nicht aber die dazu senkrechte Bewegung in Deklination. lmmerhin verbesserte man das Verfahren, namentlich durch die Einführung der Kollodium-


