—
müthigkeit der Feier, das Zuſammen⸗Stimmen und Klingen der Herzen in dem Einen, und, für das Eine, hheht den Einzel⸗ nen über ſich ſelbſt hinaus; das Einzelgefühl, erweitert ſich in jeder Bruſt zum Geſammt⸗ und Gemeingefühl und bekommt erſt auf dieſe Weiſe ſeine rechte Stärke, ſeine rechte Wärme und Lebendigkeit. Und nicht bloß das Herz wird weiter und größer, auch der Geiſt, der voll und ganz erſt als Gemeingeiſt das iſt, was er iſt, erhält ſolchergeſtalt die rechte, Schwung⸗ und Flügel⸗ kraft, um über die, Enge und Schranke des Momentes hinaus⸗ zutreten und beim Hinblick auf die große Zeitenſtrecke den Puls⸗ ſchlag der Swigkeit in ſeinem tiefſten Innern zu vernehmen. Auf der Höhe dieſes Standpunctes knüpft er die Vergangenheit zu einem organiſchen Einheitsbilde mit der Gegenwart zuſam⸗ men und wagt von der Klarheit der letzteren aus einen beſchei⸗ denen Vorblick in das Dunkel der Zukunft.
Hiermit habe, ich die Aufgabe ausgeſprochen, welche mir ſowohl durch Sie ſelbſt, hochgeehrte Anweſende, als durch die Natur der Sache am heutigen Tage vorgezeichnet iſt: Mit einer gedrängten Ueberſicht über den Urſprung und die Entwicke⸗ lung unſeres Gymnaſiums werde ich den Ausdruck meiner Hoff⸗ nung auf das fernere Gedeihen deſſelben zu verbinden haben. ¹)
So manches Geſtirn leuchtet hell am Himmel unſerer An⸗ ſtalt, keines ſtrahlt in freundlicherem Glanze als das Bild ihres Stifters mit ſeiner Idee. Michael Landgraf, ſo heißt der hochherzige Gründer, gehörte zu den hervorragenden Geiſtern ſei⸗ nes Zeitalters, deren Chriſtenthum Licht und Liebe war. Wüßten wir ſonſt nichts von ihm, das Werk, welches er aufgerichtet, würde genugſam für ſeinen Meiſter zeugen. Was hat ihn zur That bewogen? Die Dankbarkeit gegen den Herrn, der ihn mit einem großen Vermogen geſegner hatte, und die erbarmende
1) Sauptauelle: ghronit des Hausſelbe Gymnaſiums von Dr. Dühem Münſcher. Caſſel 1836 und 1837. in⸗


