Aufsatz 
Das dreihundertjährige Jubiläum des Gymnasiums / Georg Friedrich Eysell
Entstehung
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Gleim von Rotenburg den älteſten der anweſenden und lebenden Schüler, Herrn Pfarrer Schnackenberg zu Braach, hochleben. Noch mancher Toaſt ward gebracht, mancher erwidert. Allgemeine Freude erweckte der Brief eines alten HersfelderKloſterburſchen, des Herrn Conſiſtorialraths Asbrand zu Borken. Derſelbe ent⸗ hielt außer der herzlichſten Gratulation für diealma mater die ſchöne Gabe von 25 Thalern als Beitrag zur Gründung eines neuen Freitiſches. Der Wunſch des wackeren Veteranen, daß edle Menſchenfreunde den Reſt des erforderlichen Capitals aufbringen möchten, begann ſich alsbald zu erfüllen, indem der Herr Oberpräſident die Summe auf das Doppelte erhöhte und Herr Kaufmann G. Langheld aus Berlin 10 Thaler beiſteuerte. Mögen die fröhlichen Spender recht viele Nachfolger finden, denn es bedarf zur Erreichung des Zwecks noch bedeutender Mittel ¹).

So ging das Feſtmahl in der heiterſten Süinanmung gegen 6 Uhr zu Ende.

Den Gymnaſiaſten der oberen Claſſen war die Erlaubnis ertheilt worden, von 4 Uhr an den Sunkelſchen Felſenkeller zu beſuchen. Mehrere Lehrer, welche ſich ſpäter zu ihnen geſellten, hatten die Freude, dem Verhalten der Schüler ungetheiltes Lob ſpenden zu können. Abends waren viele Häuſer der Stadt, darunter das Gymnaſial⸗Gebäude und die Wahnungen der Leh⸗ rer, glänzend erleuchtet.

Die Nachfeier bildete am folgenden Abend ein Feſtball,

*) Um das Fehlende zu beſchaffen, iſt am folgenden Morgen im Vereins⸗ garten beſchloßen worden, das Gedicht eines früheren Schülers, wel⸗ ches in launiger Weiſe Begebniſſe aus dem alten Schulleben erzählt, drucken zu laßen und jedes Exemplar für mindeſtens 5 Sgr. zu ver⸗ kaufen. Es wird dem Herrn Verſaßer, in dem wir auch ohne Na⸗ mensunterſchrift den lieben Collegen eines heſſiſchen Schweſter⸗Gym⸗

naſiums erkennen, ohne Zweiſel eine große Freude ſein, durch ſeine wohlgelungene Dichtung einen ſo edlen Zweck uden au ſehen.