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Dr. Wilhelm Münſcher“ bezeichnete,„der durch die augen⸗ ſcheinliche Gnade Gottes nach langjährigem ſegensreichen Wirken als Director des Hersfelder Gymnaſiums der ſeltenen Gunſt des Schickſals ſich erfreue,— nachdem er inmittels von dem Schauplatz ſeiner geſegneten Thätigkeit in wohlverdienten Ruhe⸗ ſtand getreten— trotz ſeines vorgerückten Alters doch in wohl⸗ thuender Geiſtesfriſche als Feſtgenoße zu erſcheinen.“ Noch einige Minuten vergingen über dem Ausdruck des Wunſches, „daß die Vergleichung des Bildes mit der Perſon zur Ehre des Künſtlers ausfallen möge,“ und der Bitte,„dem Bilde einen Platz in der Feſt⸗Aula des Gymnaſiums anzuweiſen“, bis Dr. Groß die Hülle von dem ſinnreichen Geſchenke nahm und mit einem Male die ſprechend ähnliche Büſte des theuern Mannes, welcher die Anſtalt länger als ein Menſchenalter geleitet hatte, vor den erwartungsvollen Blicken der Zuhörer in Lebensgröße daſtand. Ein Augenblick der freudigſten Ueberraſchung über das wohlgelungene Bild, und ein wahrer Sturm des Beifalls brach los in einem nicht endenden Bravoruf. Es drängte ſich in dieſen Jubel der Herzensdank für ein reich geſegnetes Wirken zuſammen, und der Moment gewann für den braven Greis den Gehalt eines ganzen Lebens. Das Bild hat ſeine Stätte in dem Hörſaal des Gymnaſiums erhalten. Dank, innigen Dank den Gebern!
Herr Realſchul⸗Director Bartholdy überbrachte hierauf die Glückwünſche der Eſchweger Anſtalt und erfreute durch den herzlichen Ausdruck einer treu⸗collegialiſchen Geſinnung; Herr Director Schimmelpfeng aus Ilfeld, ein früherer Schüler des Gymnaſiums, bethätigte den Fortbeſtand ſeiner Liebe für daſſelbe durch Ueberreichen einer ſelbſtverfaßten Druckſchrift „zur Würdigung von Xenophons Anabaſis“; Herr Pfarrer Alt⸗ müller zu Ropperhauſen, gleichfalls ehemaliger Schüler des Gymnaſiums, las einige Stellen aus dem Anfang eines größeren Gedichtes vor, welches er demnächſt vollendet einzuſenden verſprach⸗


