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Seinen Mittelpunct hatte das Feſt in der eigentlichen Schulfeier, welche von halb 12 Uhr an im großen Hörſaal des Gymnaſiums ſtattfand.
Eingeleitet wurde ſie durch den vierſtimmigen Chorgeſang „Halleluja“ von Pfeffel, in Muſik geſetzt von Rink. Nach dem⸗ ſelben ſprach S. Excellenz der Herr Oberpräſident von Möller der Anſtalt ſeine Glückwünſche ſowie den Antheil aus, welchen nicht allein die vorgeſetzten Behörden, ſondern auch Seine Ma⸗ jeſtät der König ſelbſt an dem ſeltenen Ereignis genommen. Des zum Zeichen überreichte er dem Director die Inſignien des rothen Adlerordens vierter Claſſe ſowie den Oberlehrern Dr. Deichmann und Dr. Wiskemann die Patente, welche beiden das Prädicat„Profeſſor“ verliehen. Nunmehr beſtieg der Di⸗ rector das Katheder und ſtellte in der unten mitzutheilenden Feſtrede der Verſammlung das Geſchichtsbild des Gymnaſiums in möglichſt treuen Zügen vor die Augen. Zum Schluße dieſes erſten Theiles der Schulfeier trug der Primaner Hermann Spranck ein von ihm ſelbſt verfertigtes Gedicht vor.
Es folgte der Gratulationsact. Die Herrn Gym⸗ naſial⸗Directoren Dr. Piderit aus Hanau und Dr. Göbel aus Fulda desgl. der Herr Oberlehrer Dr. Groß aus Caſſel wünſchten im Namen der betreffenden Anſtalten dem Gymnaſium Glück und überreichten vortreffliche Votivtafeln. Dr. Groß war zugleich als Vertreter des pädagogiſchen Vereins zu Caſſel er⸗ ſchienen. Auch als ſolcher hatte er einen Auftrag auszurichten, und dieſer war ebenſo ſinnvoll erdacht, wie er geſchickt durchge⸗ führt wurde. Gleich bei ſeinem Auftreten hatte nämlich Dr. Groß einen verhüllten Gegenſtand auf das Katheder geſtellt und auf dieſe Weiſe die allgemeine Aufmerkſamkeit erregt. Dieſelbe wuchs beim Verleſen der ebenſo gehaltvollen als wohl⸗ berechneten Gratulationsſchrift und ſteigerte ſich zu förmlicher Spannung gegen die Mitte, wo der Verein die Feſtgabe, welche er gleich anfangs angekündigt, als die Büſte des„ehrwürdigen


