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auf Erſuchen des Unterzeichneten eine ausreichende Geleitsmann⸗ ſchaft zu Gebote geſtellt hatte.
In der Morgenfrühe des 2. Juli verkündeten die Trommeln der Gymnaſial⸗Turner den Anbruch des Hauptfeiertags. Kaum waren ſie verſtummt, ſo riefen die mächtigen Klänge der Oſterglocke die gleiche Botſchaft in die Stadt und das Thal hinein. Schlag 6 Uhr erſchallte vom Kirchthurme der ewige Choral:„Eine feſte Burg iſt unſer Gott“, und verſetzte durch ſeine erhebende Melodie die Feſtgenoßen in die rechte Feſt⸗ ſtimmung.
Kurz vor 9 Uhr ſetzte ſich unter dem Geläute ſämmtlicher Glocken der Feſtzug, welchen die Lehrer und Schüler nicht allein des Gymnaſiums ſondern auch der Realſchule mit den Ehrengäſten ¹) und ſonſtigen Theilnehmern bildeten, von dem Gymnaſial⸗Hofe aus nach der Stadtkirche in Bewegung und wurde am Haupt⸗ eingang derſelben von der Geiſtlichkeit mit einem Feſtgruße empfangen. Darauf begann der von der Gemeinde zahlreich beſuchte Gottesdienſt mit dem üblichen„Komm heiliger Geiſt“, welchem als Hauptlied das 450te des Geſangbuchs folgte: „Nun danket alle Gott“. Nach der Liturgie ſangen die Gym⸗ naſiaſten den Chor aus Haydns Schöpfung:„Die Himmel er⸗ zählen die Ehre Gottes“ unter Begleitung der Orgel. In der Predigt hob Herr Conſiſtorialrath Pfaff nach Anleitung des Textes Jeſaja 49, 18— 19 zuerſt den Segen hervor, welchen die Anſtalt ſeit ihrer Gründung nah und fern geſtiftet, und legte dann mit eindringender Wärme allen die Pflicht an's Herz, für dieſe ihr widerfahrene Gnade dem Herrn zu danken und um ſeinen Beiſtand für ihre künftige Wirkſamkeit zu bitten. Zu Ende der kirchlichen Feier wurde der letzte(4.) Vers des Hauptliedes geſungen.
¹) Herr Oberpräſident von Möller Exc. und Herr Schulrath Dr. Rumpel befanden ſich unter benſelben.


