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unhaltbare Interpunction in den meisten Ausgaben bis in die neueste Zeit, sogar noch in der von D. Xavier Leon Bendicho, Madrid 1868—69, deren kritischer Werth zur Genüge durch die Notiz (Prõölogo p. 8) charakterisiert wird, dass„ein glücklicher Zufall dem Autor ein Exemplar der Bur- mannschen Ausgabe verschaffte“, sowie durch den Umstand, dass ihm alle neueren Valerius-For- schungen deutscher Philologen vollständig unbekannt sind. In vs. 226 ist bis jetzt allgemein übersehen worden, dass munera diuum zu meliora gehört und demnach nur die Worte quippe etiam repetentur eingeklammert werden müssen. Die ganze Stelle ist bis auf die ziemlich allgemein gebilligte unbedeutende Abweichung in vs. 224 genau nach der Handschrift also zu schreiben: tu nunc mihi causa uiarum sola: tuae uenio, iam pridem gnara, iuuentae; cetera parce queri neu me meliora secutam argue(quippe etiam repetentur) munera diuum. Omnibus hune polius communem animantibus orbem communes et crede deos.„Mache mir nicht zum Vorwurf“, sagt Venus-Circe,„dass ich die besseren Göttergaben, zu denen ich auch zurückkehren werde, vorgezogen habe, obschon ich, um sie zu erlangen, die Heimath verlassen musste. Glaube mir vielmehr, dass die ganze Erde aller Menschen gemeinsames Vaterland ist.“ Hiernach sind die von Burmann, Heinsius und Schenkl in vs. 226 beliebten Aenderungen ganz unnöthig, und mit Recht sagt Thilo(Prol. XCVI) von den beiden ersteren: „Quae Heinsius et Burmannus Valerium scripsisse coniecerunt, prosae orationi magis convenire videntur quam carmini.“ Thilo hat jedoch nicht erkannt, dass meliora Adjectiv zu munera diuum ist und setzt daher hinter argue ein Semikolon, wodurch das richtige Verständniss erschwert wird.
240. Aehnlich heisst es bei Vergil Aen. XII, 48:„quam pro me curam geris, hanc precor, optime, pro me deponas.“
256. Um das überlieferte odiis zu halten, nimmt man zu der künstlichen Erklärung seine Zuflucht, dass Venus durch ihre Küsse der Medea Hass gegen die Colcher und gegen ihr Vaterland eingeflösst habe. Von einem solchen Hass weiss der Dichter nichts; im Gegentheil fällt es der Colcherin sehr schwer ihre Heimath zu verlassen. odiis scheint mir illis(ollis) verdrängt zu haben: furialia figit oseula permiætumgue illis inspirat amorem.
319. Burmann nimmt mit Recht an ac neque Anstoss und schlägt at neque vor. Es fehlt aber der durch at verlangte Gegensatz zum Vorhergehenden, und es ist deshalb se neque wahrscheinlicher, wodurch wir zugleich ein Subject zu cessuram gewinnen.
321. Statt des in diesem Zusammenhange matten adque, welches Heinsius schon verdächtig fand, scheint mir unter Voraussetzung einer in V nicht seltenen Verwechslung iamçque vorzuziehen. Mit diesem Verse beginnt gewissermassen ein neuer Abschnitt im Verhalten der Medea. Nach dem wilden Aufbrausen und Toben der Leidenschaft bleibt sie endlich ermattet auf dem Lager liegen, als sie plötzlich die Stimme der Göttin zu vernehmen glaubt.
334. Vgl. hierzu Verg. Aen. VIII, 152:„ille os oculosque loquentis iandudum et totum lustrabat lumine corpus.“ Warum Baehrens d'Orville's vortreffliche Emendation uelocior ulla pestis erat nicht aufgenommen, ist mir unbegreiflich. Für dieselbe spricht Verg. Aen. III, 214 ff.: „tristius haut illis monstrum nec saeuior ulla pestis et ira deum Stygiis sese extulit undis.“ Seneca nennt die Kräuter der Medea gleichfalls pestis(Med. 628 und 721).
357. Thilo(Prol. LVIII) sieht in gramina eine Corruptel, weil bei Apollonios III, 845 ff. und Valerius VII, 365 und 449 nur eine prometheische Blume erwähnt werde. Man wird aber florem und gramina auf Blüthe und Stengel einer und derselben, dem Blute des Prometheus entspriessenden Pflanze beziehen können. Die einzige Schwierigkeit liegt dann in nutritaque, was nicht mit de sanguine verbunden werden kann, und wofür deshalb prognatague zu schreiben ist- Ponti ist unbedenklich, wenn man den Genitiv von dem folgenden niaes und pruinas abhängig


