Aufsatz 
Bemerkungen zu Valerius Flaccus / von Rudolf Löhbach
Entstehung
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fasst und demgemäss vor ponti interpungiert. Die Stelle lautet demnach: Prometheae florem de sanguine fibrae Caucaseum promit prognataque gramina, ponti quae sacer ille niues inter tristesque pruinas durat alitgue cruor.

506 508. Die Umstellungen, welche Baehrens in diesen Versen vorgenommen hat, sind nicht nur durchaus überflüssig, sondern verunschönen sogar die treffliche Darstellung des Dichters. Wenn ich mein Versprechen nicht halte, so betheuert Jason,möge die Gluth deiner Zauber- künste mich im eigenen Hause verfolgen, und niemand soll mich Undankbaren dagegen zu schützen im Stande sein. Damit spielt er, ohne es zu ahnen, auf die Verbrennung seiner Braut Creusa durch das von Medea vergiftete Gewand an.Und wenn du mir dann, so fährt er fort, noch etwas Grausameres zuzufügen vermagst, so mögest du es thun und mich mitten in all dem Schrecken mit meiner Verzweiflung allein lassen. Die letzten Worte enthalten offenbar eine unbe- wusste Hinweisung auf die grausige Scene, wo Medea, nach Ermordung ihrer Kinder auf dem Drachenwagen entfliehend, Jason bei den Leichen seiner Söhne zurücklässt. So ergiebt sich eine angemessene Steigerung vom Schlimmen zum Schlimmsten. Bei Baehrens dagegen schleppen die Worte nullus succurrere contra in matter Weise nach und sind am Schlusse des Ganzen auch ohne rechten Sinn, da Jason nach der vollendeten Ermordung seiner Braut und seiner Söhne kaum noch von jemand Hülfe erwarten kann.

547. Bereits früher(Studien, S. 15) habe ich nachzuweisen versucht, dass in diesem Verse nach V flammas beizubehalten sei und für den folgenden Vers aunc totos aperite et uoluite flatus conjiciert. Statt latus schreibt Baehrens lauckus unter Hinweis auf vs. 572atros uoluunt incendia fluctus. Dieser Vers ist aber aus mehrfachen Gründen verdächtig und wird von Meyncke (Quaest. Valer. p. 55, adn. 7) für unächt erklärt. Für meine Vermuthung flatus spricht dagegen der mit lammas gleiche Anlaut, welcher die Verwechslung mit diesem Worte veranlasste. In ähn- licher Verbindung findet sich flatus in vs. 583:bis fulmineis se flatibus infert obnubitque uirum.

598. J. Wagner bemerkt zu diesem Verse:iamgue propinquanti noctem inplicat, caligine tauri oculos obnubilat, ut Jasonem praetercurrat. Das heisst denn doch in den Ausdruck noctem inplicat allzuviel hineinerklären. Wahrscheinlicher ist mir, dass noctem aus einem Worte von allgemeiner Bedeutung, etwa pestem, corrumpiert ist. Vgl. VII, 334, wo ich d'Orville's Conjectur für unzweifelhaft richtig halte; vgl. ferner VI, 418, VIII, 18.

Lib. VIII.

68. Für das unhaltbare crinem habe ich anderwärts(Studien, S. 15) uocem vorgeschla- gen. Baehrens schreibt uirgam. So ansprechend diese Conjectur auf den ersten Blick scheint, so ist es doch verdächtig, dass Medea bei unserem Dichter nirgends mit dem Zauberstabe hantierend dargestellt wird; ich halte daher uocem noch immer für das Richtige. Ausser den a. a. O. von mir angezogenen Stellen spricht noch insbesondere für die Verbindung von uor und manus vs. 86 linguague manuque fatigat uim Stygiam, und VII, 269illi has ego uoces, qua datur, hasque manus, ut possum, a litore tendo..

191 ff. Eine leichte Aenderung in vs. 191, 192 und 194 würde hier alle Schwierigkeiten beseitigen. Man schreibe:nan tolerare, Aesonide, quascumgque moras, quam saeua subire saxa iterum, quam Cyaneos perrumpere montes stat mihi: non totis Argo redlit ecce corymbis.Ich bin entschlossen, sagt Erginus,lieber einen weiten Umweg zu machen, als abermals durch die Cyaneischen Felsen zu fahren, da die Schiffsknäufe noch jetzt die Spuren der bei der ersten Durch- fahrt erlittenen Beschädigungen aufweisen. Zu tolerare moras vgl. III, 626 und 657.