Aufsatz 
Bemerkungen zu Valerius Flaccus / von Rudolf Löhbach
Entstehung
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2 seiner überlieferten Fassung nicht zu erklären, und auch die herkömmliche Interpunction muss abgeändert werden. Valerius schrieb: mitto Asiae, mitto Argolicis mandata colonis. Ne trepident! maumgquam sq. Der Scythe preist sein Land und sein sorgloses, freies Nomadenleben und fährt dann fort:Ich überlasse den Bewohnern von Asien und von Argolis das, was ihnen(von den Göttern) zugetheilt ist. Dafür brauchen sie nicht zu fürchten. Niemals werde ich mein rauhes, kriegerisches Vaterland verlassen.

405. rura colunt passt nicht hieher, da die beiden Parteien einander in Waffen gegen- überstehen. Es muss heissen iura colunt. Vgl. IV, 102:non foedera legum ulla colunt placidas aut iura tenentia mentes.

417. Der Anfang dieses Verses harrt noch der Heilung. J. Wagner erklärt:Haud usqucam Colchorum animi sunt, exserere se possunt. Thilo(Proleg. XVIII) sagt in gleichem Sinne:Hoc loco monuisse sufficit, verbis quae sunt haut usquam Colchorum animi virtutis ex- hibendae copiam Colchis defuisse parum dilucide significari. Sein nachmals(a. a. O. p. LVI) ausgesprochener Zweifel an der Zulässigkeit dieser Erklärung ist durchaus gerechtfertigt, da man diesen Sinn in die überlieferten Worte gewaltsam hineinzwingen muss. Was der Zusammenhang verlangt, ist klar: Die Sichelwagen des Ariasmenus haben in den eigenen Reihen eine derartige Verwüstung angerichtet, dass die Colcher keines bedeutenden Aufwandes an Muth bedürfen, noch sich vor den feindlichen Geschossen zu hüten brauchen. Sie können im Gegentheil die durch die eigenen Sichelwagen bedrängten Feinde in aller Ruhe niedermachen, wie ein Jäger kämpfende Hirsche tödtet, die sich in blinder Wuth in ihre Geweihe verwickelt haben. Diesem Sinne würde etwa folgende Fassung genügen: haut opus est Colchorum animo; negue cura cauere tela sg. Ich möchte nicht behaupten, damit die ursprüngliche Leseart gefunden zu haben. So viel dürfte jedoch aus meiner Erörterung erhellen, dass die in V am Ende des Verses vorhandene Lücke in C durchaus sinnentsprechend ausgefüllt ist, und dass die von Baehrens aufgestellten Conjecturen moti und mittere parcunt abzulehnen sind.

514. Vgl. Ovid Met. I, 213:hanc deus et melior litem natura diremit.

555. Vgl. Ovid Met. XII, 238:sanguinis ille globos pariter cerebrumque merumque uulnere et ore uomens.

Lib. VII.

21. Thilo und Schenkl schreiben nach der Aldina nimiumgue, Baehrens durumgue, VC tumque. Die erste Conjectur lässt sich nur in sehr gezwungener Weise dahin deuten, dass Medea die Nacht allzu lang findet; gegen die zweite Vermuthung ist einzuwenden, dass es dem Dichter, wie dies aus dem folgenden Verse sich ergiebt, darauf ankam, die lange Dauer des ruhelosen Ge- bahrens hervorzuheben. Ich denke, Valerius schrieb totumque experta cubile. Wie so häufig, blieb dem Abschreiber die erste Silbe des Wortes in der Feder stecken.

128 ff. Wenn man auch die Aufregung der Sprecherin gebührend in Rechnung bringt, vermisst man doch in der Rede der Medea den nöthigen Zusammenhang und eine angemessene Gedankenfolge, insbesondere zwischen vs. 132 und 133, 134 und 135. Auch steht vs. 138 in keiner Beziehung zum vorhergehenden noch zum folgenden Gedanken. Ich vermuthe, dass, wie an mehreren anderen Stellen unseres Gedichts, so auch hier durch irgend einen Zufall einzelne Verse an einen anderen Platz gerathen sind und folgéndes die ursprüngliche Reihenfolge war.

128 pergis, ait, demens teque illius angit imago 129 curaque, qui profuga forsan tenet alta carina,