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beziehen. Thilo(Prol. XLVII) verwirft dies, weil man von einem Flusse nicht sagen könne, dass er seine Anwohner bewaffnet habe. Eine leichte Aenderung würde diesen Einwand beseitigen. Man schreibe in vs. 102 mittilque statt niueumgue. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass zu olorum das unvermeidliche Epitheton niueum beigeschrieben wurde und dieses dann das Verbum ver- drängte. In dieser Gestalt würde der Vers nach vs. 98 eine durchaus passende Stelle finden.
123. Mit Heinsius und Baehrens bin ich überzeugt, dass aliae nicht vom Dichter herrührt. Wahrscheinlich schrieb Valerius uires gelidae, woraus durch Versehen eines Abschreibers leicht uiresque aliae werden konnte. Vgl. Verg. Aen. V, 395:„gelidus tardante senecta sanguis hebet, frigentque effetae in corpore uires.“
168. Zu diesem Verse, in welchem Heinsius nach Stat. Theb. XII, 656 richtig ictus statt intus conjiciert, ist noch zu vergleichen: Verg. Aen. VII, 722:„sScuta sonant pulsuque pedum conterrita tellus.“— Aen. XII, 444:„tum caeco puluere campus miscetur pulsuque pedum tremit excita tellus.“
174 ff. Diese ganie Stelle bedarf einer gründlichen Emendation. Bis jetzt wenigstens hat kein Erklärer eine auch nur halb erträgliche Deutung der Worte quam nec dea lassat habendo nec pater zu geben vermocht. Für vs. 174 habe ich keine Heilung finden können; in vs. 175 aber liegt der Fehler in pater, wofür putat zu lesen ist. Von paltat hängen die Worte tempus adhuc in vs. 177 ab, weshalb in vs. 176 die starke Interpunction zwischen Gorgoneo und nec gestrichen werden muss. Die Stelle lautet hiernach: nec putat horrentem colubris uultuque tremendam Gorgoneo nec semineces ostendere erines tempus adhue, primasque sinit concurrere pugnas. Auf diese Weise erhalten wir folgenden Gedanken: Noch glaubt Pallas nicht die rechte Zeit gekommen, um zum Schutze der Ihrigen die Aegis anzuwenden, für welche Juno(V, 288) so viel Arbeit in Aussicht gestellt hatte. Sie lässt die ersten Kämpfe vorübergehen, ohne sich zu betheiligen. Erst später(vs. 396 f.), als Ariasmenus mit seinem furchtbaren Sichelwagen heranbraust, greift sie zu ihrem Verderben bringenden Schilde:„aegida tum primum uirgo spiramque Medusae ter- centum saeuis squalentem sustulit hydris.“ Vgl. vs. 386:„ecce locum tempusque ratus iamque et sua posci proelia, falcatos infert Ariasmenus axes.— III, 488:„tempus rata diua nocendi.“
176. Thilo(Prol. XV.) bemerkt zu semineces:„inconsiderate Valerium adiectivo illo usum esse manifestum est. vultum enim Gorgonis, qui rigidus sit et inmotus, seminecem non inepte forsitan aliquis dixerit, sed anguineis crinibus epitheton illud nullo modo convenit.“ Das Schauerliche der Schlangenhaare scheint mir im Gegentheil erhöht zu werden, wenn dieselben nach Art der Schlangen sich langsam, träge und halbtodtenhaft hin und her winden.
178 ff. Valerius hat auch hier in einzelnen Ausdrücken fast wörtlich Homer(II. IV, 439 ff.) nachgeahmt.
264. Baehrens ändert ramos in calamos. Der Sinn verlangt unbedingt das Erstere, da der gefangene Vogel die vertrauten Zweige des Baumes wieder zu erreichen strebt und dieselben gewissermassen um Hülfe anfleht. Wenn diese Vorstellung etwas gekünstelt scheinen mag, so ist es weit schwieriger, sich den Vogel bittend an das Rohr wenden zu lassen, welches ihm zunächst nur Schrecken einflössen kann.
269. non ist ohne weiteren Zusatz zu abrupt, ait überflüssig. Ich vermuthe, der Dichter schrieb non ita! inuitoque sq. Der Hiatus mag zu der Aenderung Anlass gegeben haben.
323 ff. Die ganze Stelle ist eine Nachahinung von Verg. Aen. IX, 598 ff.
334 f. Da Gesander den Canthus zu tödten beabsichtigt, wird er demselben schwerlich noch eine Bestellung an die Bewohner von Asien und Argolis auftragen. Der Vers ist daher in
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