Aufsatz 
Bemerkungen zu Valerius Flaccus / von Rudolf Löhbach
Entstehung
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scheinlich folgende:Tuque, ait, iniuste quae nunc premis, ira Tonantis, parce, precor, nostrae tandem iam parce senectae. Vgl. Ovid. Metam. II, 361.

624. V hat sileo precor. Baehrens schreibt dafür sinite o precor unter Hinweis auf Verg. Aen. X, 15. Diese Stelle beweist jedoch nichts für seine Vermuthung, da dort Jupiter die Götter auffordert, vom Streit abzulassen, während hier Phineus um die Erlaubniss bittet, nicht weiter zu reden, daultima fata promere nefas. Ich glaube daher noch immer, mit meiner früher(Obser- vationes criticae in C. Val. Fl. Argonautica, Neuwied 1869, p. 9) veröffentlichten und vôn Schenkl in den Text aufgenommenen Conjectur sileam precor das Richtige getroffen zu haben. Vgl. V, 292.

667. Schenkl und Baehrens lesen hier gegen V(mumina) mit m richtig lumina. Vgl. Verg. Aen. I, 225 f.:uertice coeli constitit et Libyae defixit lumina regnis.

Lib. N

3. In meinen Observationes criticae(p. 10) glaubte ich die Hand des Valerius durch die Lesung dudum non inscius statt sihi tum non inscius herzustellen. In gleichem Sinne schreibt Baehrens sibi dudum conscius. Nach nochmaliger Erwägung der jedenfalls corrupten Stelle lese ich mit leichterer Aenderung sibi tum non conscius. Idmon wusste zwar als Seher, dass er nicht nach Argos zurückkehren werde(I, 238); aber damals dachte er nicht daran, dass sein Tod so nahe bevorstehe. Hierzu bilden die folgenden Worteat memor Aesonides sq. einen passenden Gegensatz, während bei meiner früheren Auffassung at unerklärt bleibt. Dazu kommt, dass ein Abschreiber sich durch den Hinblick auf I, 238 leicht bewogen fühlen konnte, conscius in inscius zu ändern.

200. Der Ausdruck per te uchar ist gekünstelt, die Form egomet nicht an der Stelle. Vielleicht schrieb Valerius quando ego te rursus praeteruchar? Nachdem einmal per te uehar durch einen Schreibfehler aus praeteruehar entstanden, wurde ego te durch Conjectur in egomet um- gewandelt.

302 310. Vorbild war hier unserem Dichter Homer, II. X, 3 10.

498. Vgl. Verg. Aen. VIII, 131:sed mea me uirtus et sancta oracula diuom cognatique patres, tua tBerris didita fama, coniunxere tibi et fatis egere uolentem.

628 631. Baehrens bemerkt zu vs. 630:Postquam Phoebus(muss heissen Mars) se non de ueteribus Palladis factis queri affirmauit, iam debuit afferre noua eius quae sibi dolori essent facinora. Das ist an und für sich richtig; es folgt aber daraus nicht, dass das überlieferte pergat in pergit zu ändern sei. Das Wort palam ist nachdrücklich zu betonen. Mit dem offenen Angriff mag Pallas fortfahren; dagegen weiss Mars sich selber zu vertheidigen und erhebt darüber keine Klage; wohl aber verlangt er Schutz gegen die hinterlistigen Pläne(insidiae fallaces), welche Pallas jetzt schmiedet. Letztere sind eben die von Baehrens verlangtennoua facinora. Aus dieser Erörterung erhellt zugleich, dass in vs. 628 nicht mit Madvig(a. a. O. p. 146) nunc queror, sondern non queror zu lesen ist, sowie dass in vs. 631 das überlieferte nunc nicht in non- verändert werden darf. Vgl. die Vertheidigung der Pallas vs. 662 664.

Lib. VI. 45. Achnlich Verg. Aen. I, 717 ff:haec oculis, haec pectore toto haeret et interdum gremio fouet, inscia Dido, insidat quantus miserae deus. 82. Dass hier est domus statt et domus zu lesen ist, dürfte selbstverständlich sein. 102. J. Wagner will diesen Vers hinter vs. 98 stellen und quosque auf armat in vs. 97