Aufsatz 
Bemerkungen zu Valerius Flaccus / von Rudolf Löhbach
Entstehung
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von der Ueberlieferung ab. Für den Anfang des Verses halte ich mit Thilo regnaque für richtig, vgl. III, 539 und VI, 138. Es bleibt aber die Schwierigkeit, dass wir aus dem vorhergehenden Satze zu den durch que verbundenen Worten regna iam inperuia eine Negation ergänzen müssen. Wenn Aehnliches auch anderwärts vorkommt, so erschwert dies doch hier das Verständniss in nicht geringem Maasse. Eine leichte Aenderung beseitigt diesen Anstoss. Man lese: regnaque iam populis en peruia lucis Eoaeé. Der Genitiv lacis Foue hängt von regnaque und nicht etwa von populis ab. En weisst in bezeichnender Weise auf das Folgende hin.

Lib. III.

33. Statt prona schreibt Baehrens prima.Prona sidera, sagt er,sunt cadentia; parum autem credibile est sub nouam lucem Argonautarum reditum pugnamque locum habuisse. An den- Tagesanbruch ist auch nicht zu denken, sondern an die Zeit nach Mitternacht, wo die Gestirne ihre höchste Höhe bereits überschritten haben und sich dem Untergange zuneigen. Auch die leues somni scheinen mir auf diese Zeit hinzuweisen.

49. Ebenso wenig ist in diesem Verse mit Baehrens latet an die Stelle des überlieferten patet zu setzen. Dass Pan, der sich bei Tage in Grotten verbirgt, Nachts wirklich sichtbar wird, zeigt die Schilderung seines Aussehens im folgenden Verse. Uebrigens fehlt, wenn man mit den Ausgaben hinter noctes interpungiert, das Verbum zu saetigerum latus sq. Es ist dies offenbar patet und wird man daher die ganze Stelle folgendermassen interpungieren müssen: Pan nemorum belligue potens, quem lucis ad horas antra tenent; patet ad medias per deuia noctes suetigerum latus et ktorude coma sibila frontis.

133 f. Totus wird geschützt durch VII, 600totusque incumbit Jason. Dagegen ist pectore unhaltbar, weil Hercules seinen Bogen nicht mit der Brust richtet. Valerius schrieb arcu stricko. Die Fackel des Gegners dient dem Tirynthier als Zielpunkt, nach welchem er seine Pfeile richtet. Es ist demnach der Ablativ adaersa... flamma durchaus sinnentsprechend.

150. Baehrens schreibt nach Heinsius natantia. Ich würde das gleichfalls von Heinsius vorgeschlagene luentia vorziehen, nach Verg. Aen. IX, 472atroque fluentia tabo.

155. telum ist nicht, wie J. Wagner annimmt, die Waffe des Glaucus, sondern des Jason, welche Glaucus mit der Hand ergreift und zurückzuhalten sucht.

207. Statt des unsinnigen handschriftlichen donec dürfte wohl auget das Ursprüngliche sein, da Valerius derartige Wiederholungen liebt.

465 468. Vgl. Hom. Il. XVI, 297 300. Diese meines Wissens bis jetzt noch nicht angezogene Stelle ist ein recht anschauliches Beispiel dafür, wie wörtlich Valerius den Homer nachzuahmen sich erlaubte.

560. Dass hier procumbere nicht in der Bedeutung von obdormiscere zu fassen ist, folgt aus dem Zusatz auidus, der augenscheinlich darauf hinweist, dass Hylas sich über die Quelle beugt, um zu trinken. Nur in dieser Stellung kann sein Antlitz in der in den folgenden Versen geschilderten Weise im Wasser sich wiederspiegeln. Sein Durst ist so gross, dass er sich durch das Emporsteigen der Nymphe im Trinken nicht stören lässt. Das Nahen der Nymphe wird zuerst durch einen in der Quelle sich zeigenden Schatten angedeutet. Hieraus folgt, dass weder die von mir(Studien, S. 9) vorgeschlagene Aenderung simul statt nil, noch die von Baehrens beliebte Besserung unda statt umbra nothwendig ist.

626. Bereits früher(Studien, S. 9) habe ich die Vermuthung ausgesprochen, dass in