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wir gleichfalls ein Object zu conticuit, welches Verbum bei Valerius(III, 302) in der Bedeutung „verschweigen“ gebraucht wird. Aber die Stelle bietet noch eine andere Schwierigkeit. Weshalb betont der Dichter, dass Pelias von dem Zusammenstossen der Cyaneischen Felsen fest überzeugt ist? Und wenn dies nöthig wäre, warum wird diese Gewissheit nicht ebenfalls bei dem Drachen hervorgehoben? Es ist deshalb nicht viel gewonnen, wenn wir mit Baehrens certus in certas ändern. Valerius schrieb vielmehr cautes:„Conticuit cautes Scythico concurrere ponto Cyaneds tantoque silet possessa dracone uellera“. Dieselbe Verbindung findet sich I, 630:„Hocine Cyaneae concurrunt aequore cautes?“ Vgl. IV, 587 und VII, 41.
145. uictorem ist wahrscheinlich aus uectorem verderbt, welches der halb scherzhaften Darstellung des Kampfes mehr entspricht. Aus gleichem Grunde wird in
148 uacuo... auro gegen Baehrens' uacua... aura beizubehalten sein.
174. Der Vorschlag von Baehrens uirumst, at„cuncta parato; in quae cumque uocas Sq. scheint mir gänzlich verfehlt und verdankt wohl nur einer missverständlichen Auffassung der schon von J. Wagner in vollkommen befriedigender Weise erklärten Stelle seine Entstehung. Parato ist Dativ, nicht aber Imperativ. Der Sinn ist:„Sat multa adtulisti mihi, qui uel sic paratus sum te sequi, quocumque uocas“. Was Baehrens mit den Worten in quaecumgue uocas anfangen
will, ist mir unerfindlich.
291. Hier erachte ich gegen Baehrens die handschriftliche Lesart rapido und in
293 ewtremas sehr wohl zulässig, da Phrixus so rasch von der Fluth hinweggerissen wird, dass er nur noch das Antlitz der sinkenden Helle und gleich darauf nichts mehr als ihre Fingerspitzen und Haare sieht.
306 ff. Zur Heilung dieser viel behandelten und ohne Zweifel verderbten Stelle scheinen mir Gronov, Koch und Baehrens für vs. 306 das Richtige getroffen zu haben. In vs. 307 halte ich jedoch eine Aenderung für unnöthig, wenn man mit incertus einen neuen Satz beginnt und die Worte incertus... aether von metus abhängig fasst. Die Stelle würde hiernach also lauten: „Tempus adest. Age rumpe moras! nunc aequore tuto currimus. Incertus si nubila duwerit dether, iam iam milte metus, fidens superisque mihique.
551. Thilo(Prol. XIII) nimmt Anstoss daran, dass die Griechen vor Troja einfach proci genannt werden. Es entspricht diese vage Bezeichnung der Dunkelheit der Weissagung.
581. Für die Lesart fotidem spricht ausser den von mir früher(Studien zu Valerius PFlaccus, Neuwied 1872, S. 6) angeführten Stellen noch Verg. Aen. IX, 120 f.:„hinc uirgineae(mirabile monstrum) reddunt se totidem facies.“
593. Hier hat der Parisinus die richtige Lesart. Tum ist unerlässlich, da das Einsperren der Winde erst mit der Thronbesteigung des Aeolus seinen Anfang nimmt.
599. ferro ist ein matter Zusatz zu commenta. Ich denke, der Dichter schrieb nouae formae, da dem Boreas die ungewöhnliche Gestalt und Grösse des Schiffes zumeist auffallen musste.
602. Nach der handschriftlichen Ueberlieferung ist Boreas uinclis et carcere clausus, und doch heisst es vs. 575 von ihm:„Pangaea speculatur ab arce“. Zur Beseitigung dieses Wider- spruches wird man vs. 602 schreiben müssen: Oualis erat nondum uentis in carcere clausis.
810. Die Worte non Marte nec armis stehen als Hendiadys für„non Martis armis, d. h. in der Schlacht.“ Sie enthalten daher keine Tautologie, wie Baehrens meint, sondern bieten vielmehr einen ganz passenden Gegensatz zu dem Tode durch das Schwert des Jason. Wollten wir mit Baehrens annis lesen, so würde der in Folge hohen Alters eintretende Tod, dessen Erwähnung hier überhaupt ungehörig ist, und wozu auch cadat kaum passt, zwischen dem


