Aufsatz 
Bemerkungen zu Valerius Flaccus / von Rudolf Löhbach
Entstehung
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Bemerkungen zu Valerius Flaccus

von

Rudolf Löhbach.

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J eder Kundige wird es billigen, dass Baehrens in seiner im vorigen Jahre erschienenen Ausgabe des Valerius Flaccus, als Hauptziel die Gewinnung eines lesbaren Textes anstrebend, die einst von Heinsius eingeschlagene Bahn verfolgte und sich weniger ängstlich als seine verdienten Vorgänger Thilo und Schenkl an den Buchstaben der Ueberlieferung anklammerte. Da der Vaticanus 3277 als Archetypus aller vorhandenen Valerius-Handschriften trotz seiner mannigfachen Verderbnisse die einzige verlässliche kritische Grundlage bildet, sieht sich der Kritiker gezwungen, an manchen Stellen, wo eine leichte und völlig zweifellose Heilung nicht zu finden ist, zu kühneren Vermuthungen seine Zuflucht zu nehmen. Die Aufgabe, dabei das Entsprechende zu finden, ist um so schwieriger, und Irrungen sind dabei um so weniger zu vermeiden, als wir über die Lebens- verhältnisse unseres Dichters, seine Vorbildung, sowie darüber, ob er sein Gedicht zum Abschluss gebracht, nur sehr wenig wissen, und es daher nicht selten zweifelhaft bleibt, in wie weit wir Härte, Schwulst, Dunkelheit, übertriebene Kürze, Geschraubtheit des Ausdrucks u. dgl. einem Versehen der Abschreiber, oder aber dem Dichter selbst zur Last zu legen haben. Es hat deshalb auch Baehrens, wenn er gleich sehr viele alte bekannte Schäden mit glücklicher Divination heilte, andere vorher verborgene aufdeckte und zum Theil besserte, doch noch manches übrig gelassen, was einer erneuten Erörterung bedarf.

Und so darf denn der nachstehende Versuch gerechtfertigt erscheinen, im Anschluss an die früher von mir über Valerius veröffentlichten Abhandlungen zur Textkritik und Erklärung eines noch immer nicht nach Gebühr gewürdigten Dichters einen weiteren kleinen Beitrag zu liefern.

Lib. I.

49. Thilo und Schenkl haben die Lesart des C aufgenommen, wohl weil in V das Object zu excitat fehlt. Dasselbe kann allerdings nicht füglich entbehrt werden, und ist deshalb Baehrens' Aenderung tumque zu verwerfen. Das Richtige ist lacera assiduis meque sq. mit geringer Abweichung von V(dlacera assiduis namgue).

59. V hat certis, die Ausgaben bis auf Baehrens mit Pm certus. Baehrens hat richtig erkannt, dass certus nicht in den Zusammenhang passt. Wie silet sein Object hat, so erwarten