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lungsweise*), und veranlassen und befördern auf diese Weise nicht selten selbst die un- genügenden Ergebnisse eines jahrelangen mühevollen Unterrichts der anvertrauten Zög- linge, wobei nur die häufig verlegene Überraschung der Eltern auffällt, wenn der miss- leitete Knabe, dem anstatt einer Erziehung eine Verziehung zu Theil geworden, später nicht geräth und folgerecht das wird, wozu nicht die Natur, nicht die Schule, sondern die Eltern durch ihre verkehrte Erziehung ihn gemacht haben**†). O, unsere Sprache ist zu wortarm, um erschöpfend alle Nachtheile zu beschreiben, die aus versäumter Er- ziehung quellen! Einzig auf der ungestörten Wechselwirkung beider, der bessern Erzie- hung und des Unterrichts beruht die Hoffnung einer bessern Nachwelt.
Warum sind denn aber die Schulgesetze so vielen Eltern zuwider? Alles was ja Dauer und Halt haben, was die Willkühr hemmen soll, steht unterm Gesetz, ist gesetzlich geordnet und bestimmt, warum nicht auch die Schule, deren Gesetze doch ein humaner Geist, der Geist der Lehrer lebendig macht? Kurz gesagt, sie sind ihnen zu streng, sie meinen, es werde den jungen Leuten zugemuthet, was sie nicht leisten können, und unter- sagt, was sie gern und ohne Nachtheil thun würden. Die Schulgesetze fordern aber nichts, als was jeder vernünftige und wohlwollende Mensch von sich selbst fordert. Wer die Gesetze genau kennt und prüft, wird sich bald überzeugen, dass jede Besorgniss weichen muss, wenn man die Motive erwägt, welche ihnen zu Grunde liegen. Autorität und Liebe sind die beiden Genien, welche die Schulzucht leiten; jene ernst und streng wie ein Vater, diese sanft und mild wie eine Mutter: beide wirken gemeinschaftlich und er- ziehen vereint. Sie verlangen Gehorsam, ohne welchen nie einer tüchtig und edel werden kann; sie wollen, dass der Jüngling sich selbst beherrschen lerne, damit er mit Rraft in
fast allgemein gewordene„Du“ beweiset. So können, was sonst nicht geschah, Kinder bei den Eltern Klage führen und sie in ihr Interesse ziehen, und diese nehmen oft nur zu sehr und mit weichlicher Vorliebe die Partie der Kinder gegen Erwachsene, Vorgesetzte, Lehrer. S. Krummacher: Christliche Volksschule im Bunde mit der Kirche. Essen 1825.
„Unter hundert Eltern, sagt Pestalozzi, denen man von ihren Kindern einflüstert, es ge- schehe ihnen Unrecht, glanbt bei weitem die Mehrzahl von ihnen zum voraus, es könnte wahr sein, werden ängstlich und fragen weiter durch Umwege bei ihren Kindern selbst nach, ob es wirklich so sei. Und Kinder sind Kinder. Sie lassen sich nicht zweimal sagen, sie könnten und sollten es besser haben, man könnte und sollte mehr an ihnen thun und sie bes- ser behandeln als es geschehe.“
*) Director Brauns: Einige Worte über die Erfahrung, dass der wahrbeitsliebende Lehrer äusserst selten von den Eltern seiner Schüler nach Verdienst gewürdigt wird. Cassel 1821. Gehört seinem ganzen Inhalte nach hierher.
**) Alle Unsittlichkeiten, welche sich die Kinder zu Schulden kommen lassen, alle Charakter- fehler und oft auch leider ihre Unwissenheit werden ohne allen Unterschied der Schule zur Last gelegt, weil die Eltern ja keine bequemere Ausrede für die Nichterfüllung ihrer Pflich- ten haben. S. Callinich: Die Bedeutung der Schulen in Deutschland. Leipzig. Tauchnitz jun. 1844.
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