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Mit Unterrichts⸗Anſtalten für Fechten, Reiten, Tanzen und dergl. befaßte ſich die Univerſität gar nicht, obwohl die Jeſuiten⸗ Schulen auch in dieſen Leibesübungen ſorgfältig unterrichten laſſen. Dagegen fand man auf den ſieilianiſchen Univerſitäten durchgängig eingeführt die ſogenannten geiſtlichen Uebungen, exereitia spiritualia.
Dieſe Exercitien, zu welchen immer ein instructor nöthig iſt, qui tradit exercitia, wurden von den Studierenden unter Leitung des maestro di spirito vorgenommen. Zu Grunde gelegt wurden die Exercitia spiritualia S. P. Ignatii Loyolae(cf. Corp. instit. Soc. Jesu. vol. II, p. 355— 435, Directorium in exerc. spirit. p. 442— 507. Antverp. 1702). Dieſelben ſind von Ignazius angeblich ſchon 1522 in einer Höhle bei Manreſa abgefaßt, ſind auf vier Wochen berechnet und enthalten eine ausführliche Anwei⸗ ſung und Methode, worin alle äußeren Thätigkeiten und Gedanken genau vorgeſchrieben ſind, und wo durch ſinnlich phantaſtiſche An⸗ ſchauung, durch Contemplationen, Lectionen und Gebete nach be⸗ ſtimmter Vorſchrift eine Reihe chriſtlicher Ideen hervorgebracht werden ſoll, um namentlich auf intellectus et voluntas zu wirken.
Wer ſolche Exercitien vornehmen will, ſoll ſich eine Zeitlang aus jedem weltlichen Verkehr zurückziehen(migret in domum cellamve aliquam secretiorem etc.). Wem ſolche Räumlichkeiten fehlten, der konnte in einem Kloſter(in Palermo z. B. in dem Kloſter genannt Sexta casa, cf. Neigebaur, Sicilien p. 237, Lpz. 1848) ein für ſolche Exercitien hergerichtetes Zimmer miethen, das bisweilen nämlich ganz verdunkelt werden muß(omni me privem lucis claritate, januis ac fenestris clausis tantisper dum illic moror, nisi quamdiu legendum aut vescendum erit, p. 380). Die Gebete und Contemplationen nimmt man vor nunc prostratus humi et pronus aut supinus jacens, nunc sedens aut stans etc., p. 379. Ein großes Gewicht wird durchweg gelegt auf die applicatio sensuum(quinque imaginarios sensus exercere, interiore quodam gustu et olfactu sentire quanta sit suavitas etc., per internum


