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Disciplin im Allgemeinen und konnte Vorſchläge über nothwendige Verbeſſerungen darin machen. Die Decane wurden auf zwei Jahre von den Profeſſoren der betreffenden Facultät gewählt und hatten ihrerſeits den Vorſitz im Facultätscollegium, welches die ihm zugehörigen Examina und Promotionen beſorgte, die Lehrbücher und die Lehrmethode prüfte und wählte. Dieſes Colleg hielt monatlich eine Sitzung.
Die Profeſſuren wurden, abgeſehen von Berufungen, welche auch vorkamen, in der Regel mit Hülfe eines ſogenannten Concurſes beſetzt. Unter 25 Jahren wurde keiner zum Lehr⸗ amte zugelaſſen. Bei Erledigung einer Stelle wurde nach Ver⸗ ſtreichung der Meldungsfriſt die Liſte der Bewerber dem Miniſte⸗ rium vorgelegt. Das Miniſterium wählte diejenigen aus, welche zum Concurs zugelaſſen waren. Dieſer beſtand in der Ablegung eines ſchriftlichen und mündlichen Examens. Zu erſterem wurden Fragen aus einer Menge von Aufgaben durch das Loos gezogen; die Arbeiten wurden in der Regel gedruckt und von der Facultät geprüft. Bei der mündlichen Prüfung wurde ein Thema durch das Loos gezogen; zur Vorbereitung wurde eine Stunde bewilligt, und mußte dann ein halbſtündiger Vortrag öffentlich gehalten werden, woran ſich ein mündliches Examen resp. Disputation an⸗ reihte. Der Abſtimmungsmodus war ſehr künſtlich nach Nummern, welche die verſchiedenen Arbeiten und Antworten erhielten.
Außerordentliche Profeſſoren, Privatdocenten, wie bei den deutſchen Univerſitäten, exiſtierten nicht. Dafür hatte aber ein jeder Profeſſor ſeinen Subſtituten(sostituto), welcher meiſtens in ſeinen Vorleſungen gegenwärtig war, ſein Gehülfe war in Ver⸗ waltung der Sammlungen, Präparate, bei den Experimenten, ihn in Verhinderungsfällen vertrat, und welcher bei Erledigung der Profeſſur dieſelbe interimiſtiſch verwaltete. Dieſe Subſtituten bezogen keinen Gehalt, konnten jeder Zeit entlaſſen werden, bildeten aber den Nachwuchs für die Profeſſuren.


