Aufsatz 
Erzbischof Willigis von Mainz in den ersten Jahren seines Wirkens. Geschichtliche Abhandlung
Entstehung
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jahr 973 wandte sich Otto nach Magdeburg, dem von ihm neugestifteten Erzbisthum, und beging dort aufs feierlichste Palmsonntag(Urkunde vom 15. März B. 399), Das Osterfest verlebte er in Quedlinburg. Dahin eilten aus allen Gegenden Deutschlands die Völker und Gesandten von vielen Orten. ¹) Im April finden wir ihn in Merseburg, wo er auch am 1. Mai das Himmelfahrtsfest feiert. 2) Hier stellt Willigis drei Urkunden aus am 27. April(B. 401 403, Mon. Boic. XXVIII, 196, 197, 199). Auch dahin kommt wieder eine stattliche Versammlung, besonders ausgezeichnet durch eine Gesandtschaft der Sarazenen. Ohne Zweifel begleitete Willigis seinen Herrn auch auf seinem letzten Lebenswege nach Memleben und war zugegen bei seinem am 7. Mai 973(Ann. necrol. Fuldens. maior. Böhm. font. rer. Germ. III, 157) erfolgten Tode. Den andern Morgen bereits wurde dem jungen Kaiser von dem Volke durch Handschlag gehuldigt, und in den ersten Tagen des Juni die Leiche Ottos des Grossen in der Moritzkirche zu Magdeburg an der Seite Edithas beigesetat.(Widuk. III 76 Thietm. II, 27 und 28 Ann. Hildesh.)

In Willigisens Stellung ändert sich äusserlich nichts durch diesen Tod. Er dient dem Sohne ebenso als Kanzler, wie er dem Vater gedient hatte. Aber sein Einfluss auf Otto II und seine Gemahlin ist ohne Zweifel rasch gewachsen. Mit ihnen durchzog er das ganze Reich, wie zahl- reiche Urkunden beweisen. ²) Nachdem Otto II dem geschiedenen Vater die letzte Ehre erwiesen, begab er sich über Werla nach Worms. Dort hielt er grossen Hoftag, wozu viele Grossen eilten. Eine Reihe von Urkunden(B. 433 441): Bestätigung früherer Schenkungen, Bekräftigung neuer sind aus jener Zeit erhalten. Ueber Tribur ging dann Otto nach Achen, auch dort längere Zeit verweilend(B. 450 und 451), kehrte über Trier(B. 449) und Frankfurt(B. 450 und 451) nach Magdeburg zurück, hielt sich im October und November auf seinen sächsischen und thürin- gischen Pfalzen auf, und wandte sich hierauf nach Holland, wo er das Weihnachtskest verlebte. (Urkunde ans Nimwegen B. 454.) Nachdem der Kaiser zu Anfang des Jahres 974 in Lothringen gegen die Söhne des Grafen Reginar: Reginar und Lambert glücklich gekämpft(gest. ep. Camer. 95, P. 440) finden wir ihn vom 1. April ab in Quedlinburg(B. 461 und 464 467) und am Ende des Monats zu Mühlhausen. Die dort ausgestellte Urkunde enthält eine bedeutende Schenkung an seine Gemahlin(larenb. hist. Gand. 621, B. 468). Während des Frühlings und Sommers ist der Aufenthalt Ottos auf den Pfalzen zu Tilleda, Quedlinburg, Merseburg, Grona, Pöhlda, Altstädt,

¹) Vrgl. die schöne Schilderung über beide Aufenthalte bei Thietm. II, 20, über den Aufenthalt in Quedlinburg auch Widuk. III, 75(M. G. III, 466. Ann. Hildesh. und Lamberti ann. z. J. 973. IIlue(Qued- linburg) venerunt legati plurimarum gentium, id est Romanorum, Graecorum, Beneventorum, Italorum, Unga- riorum, Danorum, Sclavorum, Bulgariorum, atque Ruscorum cum magnis muneribus.

²) Widuk. a. g. O. Thietm. II, 27.

³) Ich folge hierbei der vielfach von Böhmer abweichenden Ordnung, wie sie W. Giesebrecht in Ranke

Jahrb. II, I. 116 ff. aufgestellt, da grade die Urkunden Ottos an bedeutenden chronologisehen Unrichtig- keiten leiden.