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macht: in Italien die Provinz Istrien mit der Grafschaft Pescara, in Deutschland die Provinzen Walchern(Walacra) und Wicheln(Wigle), mit der Abtei Nivelle, wozn 14000 Mansen gehörten; dann die Kaiserhöfe Boppard(Bochbarda) am Rhein, Thiel an der Waal, Herford in Westfalen, Tilleda(Dullede) am Kyffhäuser, und Nordhausen(Norduse)— dieselben Höfe, die einst die Grossmutter Mathilde erhalten hatte(eo quod aviae nostrae domnae Machtildis semper semperque Augustae quoad sibi divinitus vixisse dabatur fuisse dinoscitur').
So war also Willigis beschieden, der fremden Fürstin schon am ersten Tage, an welchem sie ihr Geschick für immer an das sächsische Kaiserhaus fesseln sollte, sich mit seinem Dienste nahen zu dürfen, ihr durch die Besitzesurkunde gleichsam festen Grund und Boden in der neuen Heimath zu verschaffen. Vielleicht dass schon damals ihr scharfer klarer Geist die Tüchtigkeit des Mannes erkannte, der später in schweren Zeiten ihre einzige Stütze sein sollte. Ihre mäch- tige Gunst hat sie ihm im entscheidenden Augenblick bewiesen. Willigis verweilte, nachdem man Rom verlassen, im Verlauf des Sommers mit den Kaisern in Pavia(Böhmer 390) und ging von da mit ihnen nach Constanz und St. Gallen, wo er bis Ende August blieb und Urkunden theils für Otto I in Constanz(B. 391— 393), theils für Otto II in St. Gallen und Reichenau(B. 422 bis 424) ausstellte. Im September begab er sich mit ihnen nach Ingelheim, wohin der Kaiser in Uebereinstimmung mit dem Pabst eine grosse Synode berufen hatte. Es waren alle deutschen Erzbischöfe, viele Bischöfe und Aebte und eine grosse Zahl weltlicher Fürsten und Herren er- schienen. Dies geht aus einer Urkunde vom 17. September hervor, die, einen Streit des Bischofs Liudolf von Osnabrück mit dem Abt von Corvey und der Aebtissin von Herford beilegend, alle Versammelten aufzählt: Huic vero Synodo interfuerunt: Ruodbertus Mogontiensis Archiepiscopus et sui suffraganei. Outhalricus Augustensis, Poppo Worceburgensis, Anno Wormatiensis, Erkan- baldus Argentinensis, Otwinus Hildinesheimensis, Reginoldus Rabulocensis(Eichstedt), Bruno Ver- donensis, Baltherius Nemetensis(Speier), Gero Coloniensis Archiepiscopus cum suis Suffraganeis, Notkero Laodicense, Liudolfo Osnabruggense, Duodone Mimigardefordense(Münster), Thiedricus Treverensis Archiepiscopus et sui Suffraganei, Theodricus Metensis, Wigfrithus Wirdunensis, Gerhardus Tolensis. Freduricus Juvavensis Archiepiscopus. Athaldagus Hammanburgensis Archi- episcopus Athalbertus Magdaburgensis Archiepiscopus cum suis Suffraganeis, Fokkone Misuense, Gisalherio Merseburgense, Multique alii nostri regni Principes, Duces, Comites, Clerici et Laici, quorum nomina et numerus comprehendi non possunt etc.
Willigisus Notarius vice Ruodberti Archicapellani subscripsi. ²)
Den Herbst und Winter blieb der kaiserliche Hof in Westdeutschland: zuerst in Tribur (Urkunde vom 7. October B. 395), dann in Nierstein(B. 396), besonders in Frankfurt, wo er auch das Weihnachtsfest feierte(Urkunden vom 1. und 27. December B. 397 und 398). Im Früh-
¹) Möser Osnabrückische Geschichte, herausgegeben von Abeken IV, 27. Vrgl. auch Gerhardi vita S. Udalrici Ep. 23(P. M. G. IV, 408) Postea vero revertentibus de Italia imperatoribus, patre scilicet et eius proli, ad Franciam, facta est Synodus in loco qui dicitur Ingelunheim.


