Aufsatz 
Erzbischof Willigis von Mainz in den ersten Jahren seines Wirkens. Geschichtliche Abhandlung
Entstehung
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Kirchberg, Magdeburg, Memleben, ¹) Arvita, Frosa, im September in Altstädt, Erfurt und Botfeld. Ernste Verwicklungen entspannen sich damals mit Ottos Vetter Herzog Heinrich von Baiern. Dieses mächtigste der deutschen Herzogthümer hatte Otto I seinem Bruder Heinrich übertragen, der mit Judith, der Tochter des Baiernherzogs Arnulf vermählt war. Nach seinem frühen Tode (1. November 955) folgt sein Sohn Heinrich II in Baiern. Da dieser noch ein Kind war, führte seine Mutter die Regentschaft. Durch ihre Tochter Hedwig, die den alten Herzog Burchard II von Schwaben heirathete, übte sie auch grossen Einfluss auf dieses Herzogthum aus. Heinrich II, später der Zänker genannt, wurde, nachdem er erwachsen, Gemahl der Gisela, einer Nichte Adel- heids und suchte nach Ottos des Grossen Tod auf alle Weise seine Macht zu vergrössern. Da- durch erregte er die Besorgniss des Kaisers, der deshalb den Tod Burchards(12. November 973) benutzte, Schwaben an seinen Freund und Neffen Otio, seines unglücklichen Bruders Liudolf Sohn, der mit ihm erzogen worden war, zu verleihen.(Hermanni Augiensis chron. z. J. 973 P. M. G. V, 116.) Hedwig behielt nur die Erbgüter ihres Gemahls am Bodensee. Es dauerte nicht lange, so entspann sich der Hader, der einst Liudolf und Heinrich I getrennt hatte, aufs neue zwischen den Söhnen. Da zugleich Berchthold von Babenberg, dessen Besitzungen im Herzogthum Baiern lagen, vom Kaiser offen begünstigt, sich trotzig gegen Heinrich benahm, so sann dieser, noch mehr gereizt durch die Belehnung von Berchtholds Bruder Liutpold mit der Ostmark, auf Verrath. In Verbindung mit Bischof Abraham von Freising, dem vertrauten Rath der Herzogin Hedwig, und nachdem Boleslaw von Böhmen und dessen Schwager Mieczislaw von Polen Beistand ver- sprochen, machte er eine Verschwörung gegen Otto. Dieser aber, zeitig benachrichtigt, liess Heinrich und Abraham zu einem Fürstentag bescheiden, dort verhaften und den Herzog in Ingel-

¹) Eine Urkunde Ottos II, die am 13. August dieses Jahres in Memleben ausgestellt wurde(Höfer Zeitschrift für Archivw. I, 151) und die Freilassung eines Hörigen betrifft, verdient wegen des Gegenstandes Erwäühnung. Sie lautet mit den Ergänzungen im schadhaften Original: In nomine sanctae et individuae tri- nitatis Otto dei gratia imperator augustus. Noverint omnes fideles presentes scilicet et futuri, qualiter nobilis quidam erih N. tradidit nobis quendam sui iuris servum burgulach nuncupatum, ut eum liberum manu mitteremus. Nos quoque in praesentia fidelium nostrorum manu nostra denarium a manu eius excussi- mus et eum a iugo debite servitutis absolvimus. Unde imperiali iubemus potentia ut idem iam dictus bur- gulach tali legi ac libertate perfruatur, qualem cetere manu misse huc usque tenuerunt. Et ut haec nostre concessionis ingenuitas firma stabilisque permaneat hanc cartam iussimus conscribi et anuli nostri impressione sigillari.(L. S.)

Vuilligisus cancelarius vice.... ti archicapellani notavi. data Idus Aug. anno dominice incarnationis deccelxxiiii, indictione II. anno vero domini Ottonis XIII(I.) imperii VII. actum imileba.

Leibniz ann. 311 theilt die Urkunde, die Böhmer nicht kannte, ex chartulario Magdeburgensi' ebenfalls mit, wenn auch mit einigen Abweichungen. Vrgl. dazu die Bemerkungen in Höfer. Diese Art der Frei- lassung geschah nur von Königen oder in ihrer Gegenwart, wurde nie allgemein und wurde, als sie später nach dem Aussterben der Karolinger allmählich ausser Gebrauch kam, immer nur von dem Oberhaupt des Staats vorgenommen. Den Freigelassenen stellte sie unmittelbar unter den Schutz des Reichs, und machte ihn der Freiheit desselben theilhaftig. J. Grimm deutsche Rechtsalterthümer 178 und 179. 940 Walter deutsche Rechtsgeschichte 436.