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Jenes Stromingen) de Schoenburg wird von Joannes Anm. zu Serrar., von Leibniz(a. g. O.) als Schoninga oder Sconinga, das ist Schoeningen*) erklärt. Leibniz fügt hinzu, dass dies zuerst H. Meibom im chronicon S. Laurentii, dessen Kloster bei Schöningen liegt, ausgesprochen habe, dem dann Johannes Clutenius in sylloga rerum quotidianorum, Arumaeus und andere gefolgt seien. Ex Sconinga', fährt Leibniz fort, prava lectione Stromingam, lapsante memoria, per terminationem mutatam Sconburgam fecere, alii deinde ambo nomina coniunxere, credo, quod Schonburgios quos- dam dynastas, hodie comites in Superiore Saxonia esse intellexissent, quorum in ditione Stromingam frustra quaeras. Sed ne quis de Sconinga dubitet, effecit Johannes Henricus Maderus, vir egre- giae doctrinae, qui illic scolam rexit. Nam in rotulo bonorum ecclesiae vicinae haec verba reperit: „Praeterea mansi litonici in villa Scinningi, ubi natus Willigis episcopus.“¹²)
Thietmars Erzählung, dass Willigis von geringer Herkunft sei, wurde in späterer Zeit, als
¹) Pfeffinger Vitriarius illustratus p. 1046: Pantaleon p. 2. der teutschen Helden p. 136: Wiligisus ist in Sachsen, vom Hamaxurgo, einem Wagner und schlechten Mann, in dem Dorff Stromingen erbohren. Cas- par Bruschius cap. 2. Episcoporum Germaniae in 34 Praesule Maguntino— Hapingius de iur. Insign. c. 6. part. 1.§. 2, p. 235, v. 28 legit Strovingen. Limnaeus lib. 3. iur. Publ. c. 4.§. S, pag. 41. habet Struvingen, Stroangen vel Schoeningen etc.“
*) Schoeningen, Scienningen, Scienninge, Sceninge, Skeninga, Scheningen, Scaningen, Schaningen, Schaniggen, Schahaningi, Scheyningh, jetzt eine Stadt im Herzogthum Braunschweig, an der Eisenbahn ge- legen, die Helmstedt mit der Braunschweiger Bahn verbindet, wird schon in sehr früher Zeit erwähnt. Die Quedlinburger Annalen(P. M. G III, 38 z. J. 784) nennen die villa Scheninghe in Sachsen(vrgl. auch Re- gino in s. Chronikon) Annalista Saxo P. M. G. VI, 561. Scainingge Einhardi ann. P. M. G. I, 136, 166, 167. Ekkeh. chronic. univers. P. M. G. VI, 159 Scahaningi. Vrgl. auch Mader de sanct. Laur. dissertatio Helm- stedt 1688. Nach spätern Sagen soll die Stadt von Heinrich I gegründet worden sein, der sie in Folge einer gegen die Ungarn gewonnenen Schlacht Scheyningk genannt habe(vrgl. Botho chron. Brunsvic bei Leib. ser. Brunsv. III, 305. Cuno memorabilia Scheningensia Braunschweig 1729, J. G. Ballenstedt, Geschichte der Stadt Scheningen 1809. Heineccius antiqu. Goslar. p. 359. Schöningen war eine von den Ottonen öfter be- suchte Pfalz. So hielt Otto III dort 995 im October grosse Hofhaltung. Neben der Schwester Sophia von Gandersheim, seiner Tante, der Aebtissin Mathilde von Quedlinburg waren verschiedene Grosse zugegen so Willigis von Mainz, Erzbischof Giseler von Magdeburg, Herzog Bernhard, wie aus einer Urkunde vom 26. October hervorgeht. Vrgl. Mader antiquit. Brunsvic. p. 205. Mittheilungen aus dem Gebiet historisch- antiquarischer Forschungen, herausgegeben vom thüringisch-sächsischen Verein V. p. 70. Schultes director. diplom., der aber statt Sceninge Sceuinge hat. Scheningen wird auch in zwei Urkunden Heinrichs III erwähnt: vom Jahre 1051(origines Guelficae IV, 414) und vom 3. Juli 1057(orig. Guelf. IV, 415).
3³) Diese Meinung ist jetzt die vorherrschende und hat viel Wahrscheinlichkeit für sich, obgleich der Beweis nicht schlagend ist, da man nicht weiss, aus welcher Zeit jene Worte stammen. Auch Giesebrecht Geschichte der deutschen Kaiserzeit I, p. 589 schliesst sich ihr an, ebenso Werner der Dom von Mainz I. 495. Vrgl. auch sacri et canonici ordinis Praemonstratensis annales II, p. CCCXXIV. Cuno memor. Sehe- ning. p. 82 u. a. Wie auch schon Leibniz und Guno aus ihrer Zeit berichten, so ist auch jetzt noch in Schöningen die Ueberlieferung, dass Willigis dort geboren sei, ja man zeigt vor dem Salzthor noch das Ge- burtshaus. Bis vor Kurzem wohnte ein Stellmacher dort, und Cuno berichtet, dass man früher an demselben ein angemaltes Rad mit einem Wagen gesehen habe, mit der Unterschrift: verbum Dmi manet in eternum Anno Dni tausent fünf hundert und acht und sechzig. Daraus macht nun Cuno einen Schluss auf den Stand
des Vaters von Willigis. Doch hindert nichts, den Schluss umzukehren, da man gewiss auch dort die Sage von Willigisens Herkunft kannte.


