XVI das gelt vnder die Jungen außthailen wölle.“ Auch am 18. März 1574 und späterhin wurden diese 8 fl. bewilligt, den„discipulis zu gutem vnd dieselben etwas lustiger vnnd vfleissiger zu machen.“*
Ein Unglücksjahr für die Stadt und die Fortschritte ihrer Schuljugend war das Jahr 1574. Wieder war Epidemie ausgebrochen,„aus Verhengknuß Gottes die böse Infection alhie etwas sehr eingerissen“, die den auf Schulhygiene bedachten Rat zu einer langandauernden „Zuschliefsung der Schulen“ veranlaßte. Unter dem 31. Aug. 1574 ist im B. B. zu lesen„Nach dem es mit dem Sterben etwas steif anhalte..... Soll man allen Schulmaistern alhie sagen, Ihre Schulen, biß es mit dem Sterben etwas nachlest, zuzuhalten.“ Nach etwa zwei- undeinhalb Monaten bat Lonicer unterm 11. Nov.,„ob er nit ettlichen Jungen, so In Ihren Studiis verligen, widerumb lesen“ dürfe. Diese Bitte, wie ein erneutes Gesuch vom 30. Dez. 1574 wurden vondem vorsichtigen Rat abgeschlagen. Erst am 27. Jan. des nächsten Jahres wurde erlaubt, die Schule wieder zu öffnen, dabei dem Rektor befohlen,„acht zu haben, wo sich Jungen, In deren heusser die seucht Regirt, mit vnderschlaiffen wolten, die nit zu dulden, sondern haiſsen dahaim bleiben.“
Schon im nächsten Jahre, 1576, zog sich Lonicer, wie sein Vorgänger, nach kurzer Dienstzeit„ex pulvere scholastico“ auf eine Pfründe zurück. Am 24. Juli 1576 bedankte er sich beim Rat„des bißhero vergunten Schuldienst.“ Dieser war mit der Kündigung ein- verstanden.„Soll man Ime erlaibe und nach ainem andern trachte.“ Am 27. Sept., bei Ablauf seines letzten Quartals, bat er,„vf sein Pfarr ziehen zu dürfen“. Er wurde zunächst Superintendent im benachbarten Königstein; 1582 wird er als Pastor nach Friedberg berufen, am 30. Juli 1599 starb er.
Auch als Schriftsteller hat er sich bekannt gemacht. ³⁵)
III. Henricus Petreus Herdesianus.
Um ihren Einfluß auf die„schola evangelica“ zu sichern, hätten die lutherischen Praedikanten gerne einem von ihrem Konvente abhängigen Kandidaten das freigewordene Rektorat verschafft. Bereits am 27. Sept. 1576 schlugen sie dem Rat„einen mit namen Ben Jamin Strackh für einen Rectoren der Schulen zun Barfüßern alhie alß genugsam qualificirt“ vor.
Mit dieser Empfehlung hatten sie sich aber in Gegensatz gestellt zu dem damals einflußreichsten, weit über das Weichbild der Reichsstadt hinaus in höchstem Ansehen stehen-
36) Wührend seiner Frankfurter Jahre kam das Buch heraus:„Jéones bibliorum utriusque testamenti, summo artificio expressae et doctis et venustis carminibus exornatae, in lucem edidit Ph. Lonicerus. Francof. 1571. 8.“ Im Jahre seiner Abdankung erschien seine Ausgabe des Saxo Grammaticus u. d. T.„S. Gr. Danica historia libri XVI annis abhinc CCCL conscripta. Ed. P. Lonicerus. Francof. A. Wechel 1576. fol.“(Fehlt bei Jöcher.) Am meisten bekannt wurde er durch seine zeitgemäße„Türkenchronik“, u. d. T.„Lonicerus, Ph., chronicorum Turcicorum, sive Turcorum origo, principes, bella ete. 3 Thle in 1 Bd. Mit zahlreichen Holzschn. v. Jost Amman. Frkf. Feyrabend 1578. Fol.“, ein heute sehr seltenes und immer noch gesuchtes Werk. Er hat auch Andreae Hondorfii„Promptuarium Exemplorum“ übersetzt.(1590.)


