Aufsatz 
Henricus Petreus Herdesianus und die Frankfurter Lehrpläne nebst Schulordnungen von 1579 und 1599. Eine kulturhistorische Studie
Entstehung
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XIV

Unter dem Rektorate Lonicers, der vier Mitarbeiter vorfand, die beidenMagister Dimpelius und Remus, den Johannes Acontius und den unbezahlten Hilfslehrer Florus, wurde die ökonomische Lage der Gymnasiallehrer nach langemSuppliciren durch Zusicherung von Naturallieferungen ein wenig gebessert.

Dem Rektor wurden am 3. Mai 1571sechs Achtel korns aus den Einkünften des Katharinenklosters bewilligt. Er erbietet sichsolches Vmb die Jugent wider zu uerdienen. ³¹) Auch das Lehrerkollegium, Scholae Barfusianae collegae, bat um Aufbesserung,Jars vmb 30 fl.. Der Rat begnügte sich aber damit,diſsmals Ihr Jedem 5 achtell Korns zu verehren und ließdarneben sagen, das sie vleissig vnd dem Rektor gehorsam seien.²²) DasGnadenkorn des Rektors aber wurde am 2. Oct. 1571 auf10 achtel erhöht, mit der Bestimmung,das er alle Jar darumb ansuche. Eine am 3. Juni 1572 verhandelte Eingabe der Lehrer,die verschiner Zeit ex gratia gegebne Anzal Korns fürterhin Järlich mitzutheilen, hatte keinen Erfolg. Auch fernerhin mußten sie um diesenZuschuß jährlich betteln. Gleichzeitig brachte der Rat der auf Mittel sann, die durch Besserung des Einkommens der Lehrer erwachsenden Unkosten zu decken, in Erinnerung, daßwie vor alters herkommen, das Jhenig die Jungen Jars zugeben schuldig, eingefordert werde. Ein Teil dieses Schulgeldes bestand in dem holzgelt, das ein Lehrer der Anstalt, damals Acontius, von den Schülern mit Mühevffhob. Nachdem er dieses Ehrenamtettliche Jar hero verwaltet und auf diese Weise die Schule mit holz versehen, bat er endlich am 24. Februar 1573 ihmain Verehrung zu thun. Der Rat beschloß, sich wegen einer Gratifikation mit ihm zuvergleichen, auchdie Vorsehung zuthun, das von den vermuglichen ein Zimlichs genomen; was aber arm vnd nichts zu geben hat, soll man des Schulgelts erlassen.

Als nun am 12. Mai 1573 die damals aus 4 Mitgliedern bestehende Frankfurter akademische Lehrerschaftsamenthafft nochmals bat,in betrachtung Irer vilfeltigen Arbeyt zu den 5 Achteln Korns, So Jeder Jars hat, Jedem noch 5 Achtel Jerlich zuzuschiessen, endigte diese gemeinsame Petition damit, daß der jüngste Collaborant seine Stelle verlor. Denn als konnexer Gegenstand wurde im Ratdabey anbracht, es erzeige sich Joannes Florus, der ain Collaborant, vnfleissig vnd kome so selten in die Schul oder schlaffe dar Inn, daß die Jugent durch In nicht vil Frucht bringe. Der Rat hatte schon einen Ersatz in Aussicht, beschloßmit Floro zu reden, das er selbst vom Dienst abtreden wölle und wollte nur noch Erkundigung einziehen,ob der, so fürgeschlagen worden, auch ein Grecus sei oder

richten.(24. Juli 1565):das leidige Papstthum begunt hie zu Frankfurt sehr wiederum sich zu strecken. Am 28. Mai 1566:Die Praedicanten alhie bringen an, wie daß die Pfaffen zu Sanct Bartholomes ihren Schul- meister beurlaubet und zween Jesuiter an seiner Stat angenommen: sie wißen den Kindern zu schmeicheln, schencken ihnen Bücher und sonderlich ihren Jesuwidrischen Catechismum und verheißen die Kinder allerding vergebens zu lehren. Haben auch schon, wie wir bericht, bey die viertzig Knaben unter ihrer Hand. In Summa, es ist ihnen diese Stadt in viel weg und sonderlich der beyden Messen halber wol gelegen. Am 15. August 1566:Die Praedicanten alhie bitten der Jesuiter halben, so sich mit Hauffen hie einschleichen, Insehens zu haben: Sintemal dieser Orden für andere darauf abgericht, das Papstthum den Leuthen wiederum in Busen zu stecken. Item, es sammelen die Jesuwiter mit Fleiß in ihre Schule viel arme Knaben, die richten sie an, daß sie abgöttiche Päpstische Gesäng offentlich uf der Gaßen für den Thüren Lateinisch singen.

31) B. B. u. R. P. 3. Mai 1571. ) B. B. u. R. P. 31. Mai 1571.