XIV
Unter dem Rektorate Lonicers, der vier Mitarbeiter vorfand, die beiden„Magister“ Dimpelius und Remus, den Johannes Acontius und den unbezahlten Hilfslehrer Florus, wurde die ökonomische Lage der Gymnasiallehrer nach langem„Suppliciren“ durch Zusicherung von Naturallieferungen ein wenig gebessert.
Dem Rektor wurden am 3. Mai 1571„sechs Achtel korns“ aus den Einkünften des Katharinenklosters bewilligt. Er erbietet sich„solches Vmb die Jugent wider zu uerdienen“. ³¹) Auch das Lehrerkollegium, Scholae Barfusianae collegae, bat um Aufbesserung,„Jars vmb 30 fl.“. Der Rat begnügte sich aber damit,„diſsmals Ihr Jedem 5 achtell Korns zu verehren“ und ließ„darneben sagen, das sie vleissig vnd dem Rektor gehorsam seien“.²²) Das„Gnadenkorn“ des Rektors aber wurde am 2. Oct. 1571 auf„10 achtel“ erhöht, mit der Bestimmung,„das er alle Jar darumb ansuche.“ Eine am 3. Juni 1572 verhandelte Eingabe der Lehrer,„die verschiner Zeit ex gratia gegebne Anzal Korns fürterhin Järlich mitzutheilen“, hatte keinen Erfolg. Auch fernerhin mußten sie um diesen„Zuschuß“ jährlich betteln. Gleichzeitig brachte der Rat der auf Mittel sann, die durch Besserung des Einkommens der Lehrer erwachsenden Unkosten zu decken, in Erinnerung, daß„wie vor alters herkommen, das Jhenig die Jungen Jars zugeben schuldig, eingefordert werde.“ Ein Teil dieses Schulgeldes bestand in dem „holzgelt“, das ein Lehrer der Anstalt, damals Acontius, von den Schülern mit Mühe„vffhob“. Nachdem er dieses Ehrenamt„ettliche Jar hero“ verwaltet und auf diese Weise die Schule „mit holz versehen“, bat er endlich am 24. Februar 1573 ihm„ain Verehrung zu thun“. Der Rat beschloß, sich wegen einer Gratifikation mit ihm zu„vergleichen“, auch„die Vorsehung zuthun, das von den vermuglichen ein Zimlichs genomen; was aber arm vnd nichts zu geben hat, soll man des Schulgelts erlassen.“
Als nun am 12. Mai 1573 die damals aus 4 Mitgliedern bestehende Frankfurter akademische Lehrerschaft„samenthafft“ nochmals bat,„in betrachtung Irer vilfeltigen Arbeyt zu den 5 Achteln Korns, So Jeder Jars hat, Jedem noch 5 Achtel Jerlich zuzuschiessen“, endigte diese gemeinsame Petition damit, daß der jüngste Collaborant seine Stelle verlor. Denn als konnexer Gegenstand wurde im Rat„dabey anbracht, es erzeige sich Joannes Florus, der ain Collaborant, vnfleissig vnd kome so selten in die Schul oder schlaffe dar Inn, daß die Jugent durch In nicht vil Frucht bringe.“ Der Rat hatte schon einen Ersatz in Aussicht, beschloß„mit Floro zu reden, das er selbst vom Dienst abtreden wölle“ und wollte nur noch Erkundigung einziehen,„ob der, so fürgeschlagen worden, auch ein Grecus sei oder
richten.“(24. Juli 1565):„das leidige Papstthum begunt hie zu Frankfurt sehr wiederum sich zu strecken.“— Am 28. Mai 1566:„Die Praedicanten alhie bringen an, wie daß die Pfaffen zu Sanct Bartholomes ihren Schul- meister beurlaubet und zween Jesuiter an seiner Stat angenommen: sie wißen den Kindern zu schmeicheln, schencken ihnen Bücher und sonderlich ihren Jesuwidrischen Catechismum und verheißen die Kinder allerding vergebens zu lehren. Haben auch schon, wie wir bericht, bey die viertzig Knaben unter ihrer Hand.——— In Summa, es ist ihnen diese Stadt in viel weg und sonderlich der beyden Messen halber wol gelegen.“— Am 15. August 1566:„Die Praedicanten alhie bitten der Jesuiter halben, so sich mit Hauffen hie einschleichen, Insehens zu haben: Sintemal dieser Orden für andere darauf abgericht, das Papstthum den Leuthen wiederum in Busen zu stecken.—— Item, es sammelen die Jesuwiter mit Fleiß in ihre Schule viel arme Knaben, die richten sie an, daß sie abgöttiche Päpstische Gesäng offentlich uf der Gaßen für den Thüren Lateinisch singen.“
31) B. B. u. R. P. 3. Mai 1571. 9²) B. B. u. R. P. 31. Mai 1571.


